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31.07.2007, 09:31
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Was taugt die Leistungsbilanz?
Neue Standards sollen Anlegern helfen, die schwarzen Schafe unter den Anbietern geschlossener Fonds zu erkennen.
von Markus Gotzi
Den Lebenslauf lesen Personalchefs als Erstes durch, wenn es darum geht, eine neue Stelle zu besetzen. Steckt die Vita voller Misserfolge oder weist zu viele Lücken auf, wird der Bewerber den Job kaum bekommen. Eine ähnliche Funktion wie der Lebenslauf übernimmt bei Anbietern geschlossener Fonds die Leistungsbilanz. Hier können Anleger nachschauen, ob die Kalkulation des Initiators bei früheren Fonds aufging. Wer bislang sauber gearbeitet hat, dürfte auch künftig verlässlich sein. Eine Gewähr ist der Blick in die Vergangenheit jedoch nicht. Und nicht selten versuchen Anbieter auch, besser zu erscheinen als sie tatsächlich sind.
Ernüchternd sind die Bilanzen der Anbieter von Windkraftfonds. Der Branchendienst Fondstelegramm.de berichtet über den Windkraftfondsinitiator EECH: "Alle zwölf Fonds lagen bei den Ausschüttungen sowohl im Berichtsjahr als auch aufsummiert hinter den geplanten Auszahlungen zurück. Die Zielerreichung beträgt 2005 nur rund 36 Prozent." Immerhin: Der Anbieter versucht nicht, seine Misserfolge zu verschweigen. Zumal er in der Windkraftbranche kein Einzelfall ist.
Die Anbieter von Schiffsbeteiligungen treten dagegen derzeit mit breiter Brust auf. Vor allem die Newcomer brauchen ihre Ergebnisse nicht zu verstecken. Wer erst seit Anfang des Jahrtausends im Geschäft ist, profitierte von steigenden Charterraten und anhaltend guten Perspektiven in der Container- und Massengutschifffahrt. Nicht ohne Berechtigung kritisiert daher so mancher alter Hase das Eigenlob der Neulinge, zum Beispiel Jürgen Salamon vom Emissionshaus Dr. Peters: "Die jungen Anbieter mussten bislang noch nicht beweisen, dass sie ihr Geschäft auch in schwierigen Zeiten verstehen. Erst in Krisen zeigt sich die tatsächliche Qualität eines Schiffsinitiators."
| Qualitätskriterien |
| Kommunikation Neben früheren Erfolgsmeldungen entscheidet auch der Umgang mit Misserfolgen über die Qualität und Fairness des Fondsanbieters. Transparenz und umfassende Dokumentation gelten als wichtigste Kriterien. |
| Richtlinien Der Verband Geschlossene Fonds (VGF) hat Leitlinien und Grundsätze für die Leistungsbilanzen der Fondsanbieter erarbeitet. Manchem Experten gehen die aber nicht weit genug. Neben der Abgleichung von Soll und Ist der Ergebnisse sollte auch die Quelle der Erträge offengelegt werden, fordert Fondsanalyst Stefan Loipfinger. Zudem müssten zukunftsweisende Entwicklungen wie auslaufende Miet- oder Charterverträge berücksichtigt werden. |
| Portal Zusammen mit dem Institut der Wirtschaftsprüfer wird der VGF die Ergebnisse weiterentwickeln und verbindliche Standards erarbeiten. Die Prüfer werden dann Anbietern, die sich an diese Standards nicht halten, ein entsprechendes Prüftestat verweigern. In der kommenden Woche schaltet der VGF die Internetseite www.leistungsbilanzportal.de frei, auf der Verbandsmitglieder ihre Bilanzen veröffentlichen. |
Dieser Punkt gilt auch für die Anbieter von Immobilienfonds. Auf den seit nunmehr mehreren Jahren boomenden Märkten in den USA und Großbritannien zum Beispiel konnten Initiatoren nicht viel falsch machen. Dagegen wird die falsch eingeschätzte Entwicklung in den neuen Bundesländern noch über Jahre die Leistungsbilanz erfahrener, durchaus seriöser Fondsinitiatoren belasten. Sind sie deshalb schlechter als die glücklicheren Anbieter der jüngeren Generation?
Teil 2: Entscheidend ist, wie der Initiator mit seinen Misserfolgen umgeht
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Aus der FTD vom 31.07.2007
© 2007 Financial Times Deutschland,
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