"Bis zu 90 Prozent der Leistung einer Lebensversicherung stammen aus den Kapitalanlagen", sagt Poweleit. Wenn ein Versicherer da versage, könne er auch mit niedrigen Kosten keinen hohen Ertrag für den Kunden erreichen. "Noch mehr Sorgen sollte man sich machen, ob ein Versicherer bei der Sterblichkeit sauber gerechnet hat." Hier könne es bei Fehlkalkulationen einer Gesellschaft zu sehr unliebsamen Überraschungen für die Kunden während der Laufzeit einer Rente kommen. Das gelte auch für die Risiken, die in Berufsunfähigkeitsversicherungen übernommen werden. Hier könne es erhebliche Unterdeckungen geben.
"Ein Kunde sollte einen Versicherer danach aussuchen, ob er sauber kalkuliert, sparsam arbeitet, am Kapitalmarkt sein Geschäft versteht und auch charakterlich die richtige Auffassung von seinen Kunden hat", sagt Poweleit.
Honorarberater Peter Binz aus Krailling widerspricht nicht, betont aber, dass die Kosten eine zentrale Rolle spielen - vor allem, weil sie durch den Zinseszinseffekt bei lang laufenden Verträgen besonders kräftig wirken. Er rechnet in seinen Modellen vor, dass eine monatliche Anlage von 300 Euro über 30 Jahre bei einem angenommenen Ertrag von acht Prozent 241.000 Euro erbringen kann - oder auch nur 165.000 Euro, wenn eine hohe Kostenladung auf dem Vertrag liegt. "Auch Dachfonds mit ihren Kostenstrukturen wirken sich negativ aus."