Gutverdiener investieren weniger in klassische Vorsorgeprodukte
Gutverdiener sparten signifikant mehr für das Alter, so Krebber. Sie investierten dabei allerdings weniger in die klassischen Vorsorgeprodukte als in den allgemeinen Vermögensaufbau. Leitende Angestellte oder Geschäftsführer seien zudem oft über betriebliche Altersvorsorge zusätzlich abgesichert, die in den meisten Fällen auch beim Wechsel des Arbeitgebers mitgenommen werden könne. Auch unter Akademikern gibt es aber viele, die auf ihr künftiges Gehalt oder eine Erbschaft vertrauen und wegen unsicherer Zukunftsaussichten kaum an Altersvorsorge denken, ergab eine Untersuchung des DIA. Dabei müssen die Besserverdienenden wegen der Deckelung der staatlichen Rente über die Beitragsbemessungsgrenze deutlich mehr sparen, um das Niveau des letzten Gehalts halten zu können.
Viele fühlen sich überfordert
Immer wieder zeigen Umfragen, dass sich viele Menschen mit der Planung der Altersvorsorge überfordert fühlen. "Es ist ein übles Vorurteil, dass Altersvorsorge so schrecklich kompliziert ist", meinte dagegen DIA-Sprecher Katzenstein. Allerdings sei das finanzielle Basiswissen in Deutschland deutlich niedriger als in anderen Ländern.
"Altersvorsorge scheint ein Argument zu sein, mit dem viele ihr Produkt an den Mann und die Frau bringen wollen", sagt Verbraucherschützer Kleinlein. So würden selbst Geringverdiener mit der Aussicht auf Steuerersparnis in Verträge gelockt, die sich für sie nicht rentieren. Auch die Tatsache, dass nur ein Drittel der lang laufenden Rentenversicherungsverträge bis zum Schluss durchgehalten werden, zeige Mängel in der Beratung. "Da ist es offensichtlich nicht das passende Produkt gewesen."
Die Beratungsqualität werde sich durch die Vermittlerrichtlinie und die Richtlinie für Märkte in Finanzinstrumenten (Mifid) verbessern, hofft Kleinlein. Am Ende rät er vor allem eines: "Man soll nur das abschließen, was man selbst versteht."
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