Noch hält sich die Nachfrage nach den Leistungen der rund 1300 Honorarberater in Grenzen. "Der Marktanteil liegt unter einem Prozent", sagt Rauch. Er ist aber optimistisch, dass der Anteil steigt, wenn das neue Versicherungsvertragsgesetz Anfang 2008 in Kraft tritt. Dann müssen Vertreter und Makler dem Kunden die Höhe ihrer Provisionen mitteilen. Viele Verbraucher würden derzeit nicht realisieren, dass sie mit einem Teil ihrer Beiträge den Vermittler bezahlen. "Durch die Offenlegung der Provisionen wird ihnen klar, dass Beratung schon immer Geld gekostet hat, und sie werden sensibler, was das Preis-Leistungs-Verhältnis anbelangt", sagt Rauch.
Hier könnten die Honorarberater punkten. In einer Beispielrechnung lässt er einen 30-Jährigen mit einem Jahreseinkommen von 45.000 Euro in Versicherungen und Kapitalanlagen investieren - einmal betreut von einem Honorarberater, ein anderes Mal von einem Helfer auf Provisionsbasis. Im Rentenalter bleiben dem Kunden auch nach Abzug des Honorars rund 52.000 Euro mehr übrig als im Provisionsfall, weil Honorarberater über den VDH Produkte zu Nettokonditionen abschließen können. "Da sie auf alle Produktlösungen im Markt zurückgreifen, kommen auch kostengünstige Alternativen wie börsennotierte Indexfonds zum Einsatz", sagt Rauch. In der Provisionsberatung würden sie nicht stattfinden, weil sie unrentabel für den Vertreter seien.
Rauch rät, auch auf die fachliche Qualifikation des Beraters zu achten. "Er sollte mindestens ein Fachwirt sein, besser noch ein Certified Financial Planner", sagt er. Von einer Zertifizierung der Beratungsleistung an sich, wie sie die Dekra anbietet, hält er dagegen wenig. "Die Beratung der Commerzbank war auch zertifiziert, und trotzdem haben viele Anleger ihr Vermögen durch Investition in die empfohlenen Medienfonds verloren", sagt er.
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