Den beiden offenen Immobilienfonds des Münchner Vermögensverwalters Kanam drohen nach einer Verkaufsempfehlung der Rating-Agentur Scope hohe Mittelabflüsse. Der Grundinvest-Fonds hat den Angaben zufolge ein Vermögen von knapp 3,2 Mrd. Euro, der US-Fonds von knapp 0,6 Mrd. $. von Horst von Buttlar, Hamburg, und Sven Clausen, Frankfurt
Scope begründet ihr Urteil mit Problemen des US-Partners der Kanam-Gruppe, The Mills Corporation. Der Betreiber von Einkaufszentren hatte bekannt gegeben, auf Druck der Finanzaufsicht SEC seine Bilanzen seit 2000 nach Fehlern abzusuchen. Kanams US-Fonds bezieht einen Großteil der Mieteinnahmen von Mills.
Scope rechnet damit, dass Anleger auf die Mills-Probleme mit dem Verkauf ihrer Kanam-Anteile reagieren und so die Liquidität der Fonds aufzehren könnten. Fünf Prozent des Vermögens müssen jeweils liquide sein, sonst muss der Betreiber den Fonds schließen und Notverkäufe anschieben. Zuletzt hatte die Deutsche Bank einen ihrer Fonds geschlossen und das Image der Branche stark beschädigt. Allein das Urteil Scopes kann unabhängig von der tatsächlichen Problemlage zu Mittelabflüssen führen. Kanam ist kein Scope-Kunde.
Kanam-Geschäftsführer Michael Birnbaum sagte, der Grundinvest-Fonds sei hauptsächlich in Europa und mit keinem Euro bei Mills investiert. Für den US-Fonds werde die Situation des Partners nach seiner Einschätzung keine Folgen haben.
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