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Merken   Drucken   26.09.2002, 07:00 Schriftgröße: AAA

Strategie-Interview: Muss Altersvorsorge langweilig sein?

Dieses fragte die Dresdner Bank, als sie jüngst das erste Gemeinschaftsprodukt von Allianz und Beraterbank, die Allianz Dresdner FondsPolice (ADFP), auf den Markt brachte. Produktexperte Klaus Hess über den strategischen Ansatz, den beide Partner mit der neuartigen Vorsorgepolice verfolgen.
FTD*: Herr Hess, worin unterscheidet sich die Allianz Dresdner FondsPolice von herkömmlichen fondsgebundenen Rentenversicherungen?
Hess: Die Einzigartigkeit der ADFP besteht in der nahezu idealen Kombination von Versicherung und Vermögensmanagement, die so nur ein integrierter Finanzdienstleister wie die Allianz Group anbieten kann.
FTD: Aber gab es das nicht auch schon früher?
Hess: Nicht in dieser Art. Bei der traditionellen fondsgebundenen Versicherung bestimmt der Kunde beim Abschluss der Police, welchen Fonds er während der Laufzeit kauft. Er hat danach zwar die Möglichkeit, einen Fonds auszutauschen, aber er bekommt dazu in der Praxis keine aktive Beratung. Das ist meist auch nicht möglich, da Fondspolicen in der Regel über Versicherungs- und nicht über Wertpapierspezialisten verkauft werden. Bei der ADFP hingegen erteilt der Kunde der Dresdner Bank den Auftrag, sich um Auswahl und Umschichtung der Fonds zu kümmern, das heißt, die Bank beobachtet für den Kunden die Märkte und tauscht Fonds aus, wenn sich günstigere Perspektiven bieten.
FTD: Eine Art Vermögensverwaltung also?
Hess: Ja, eindeutig. Anstelle der Einzelfondsauswahl greifen wir auf bestehende Strukturen zurück. Die Dresdner Bank hatte 1994 eine fondsgebundene Vermögensverwaltung eingeführt. Dieses bewährte Konzept liegt auch der ADFP zu Grunde. Der Kunde kann so zwischen unterschiedlichen Anlagestrategien wählen. Diese reichen von einer sehr konservativen Variante mit hohem Rentenanteil bis zu einer stark chancenorientierten, die einen Aktienanteil bis zu 100 Prozent vorsieht. Der Kunde kann jederzeit zwischen den Varianten wechseln, etwa wenn sich die persönliche Lebenssituation ändert.
FTD: Sie sprachen auch die Beratung an.
Hess: Die Ziele unserer Kunden stehen im Mittelpunkt der Beratung. Eine bedürfnisorientierte Empfehlung zur Altersvorsorge kann ein Berater aber nur dann geben, wenn er alle Informationen zu Versicherungen und Wertpapieren hat. Daher können unsere Berater bei der ADFP direkten Einblick in das Policendepot der Versicherung nehmen. Zusammen mit den vorhandenen Informationen zum Wertpapieransatz des Kunden haben wir die Basis für eine optimale ganzheitliche Beratung geschaffen.
FTD: Sie greifen bei der Fondsauswahl ausschließlich auf Produkte des Dit, der Investmenttochter der Dresdner Bank zurück. Schränkt das nicht die Möglichkeiten für den Kunden ein?
Hess: Nein, denn mit den Fonds der Allianz Dresdner Management Gruppe decken wir das globale Anlageuniversum komplett ab. Für nahezu alle Branchen, Regionen und Investmentstile stehen passende Aktien- und Rentenfonds zur Verfügung. Grundsätzlich können wir aber jederzeit die Fondspalette erweitern.
FTD: Wie hoch ist die Einstiegssumme?
Hess: Fünf Jahresbeiträge à 5000 Euro oder mehr. Danach schließt sich eine Wachstumsphase von mindestens sieben Jahren an. Mit der Zielrichtung Altersvorsorge empfehlen wir unseren Kunden jedoch eine deutlich längere Laufzeit, zum Beispiel bis zum 60. Lebensjahr.
FTD: Damit sind die Hürden für ein Riester-taugliches Produkt zu hoch.
Hess: Für die Riester-Förderung haben wir spezielle Produkte entwickelt. Die ADFP ist eine intelligente Ergänzung der Altersvorsorge, die deutlich über die Grundversorgung der Riester-Rente hinausgeht.
* Das Interview führte Hans-Jürgen Möhring, Redakteur der Financial Times Deutschland.
  • FTD.de, 26.09.2002
    © 2002 Financial Times Deutschland,
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