Soviel ist schon durchgesickert: 2010 wird es in der Eurozone neue Geldscheine geben. Doch darüber hinaus ist noch wenig bekannt. Sicher ist nur, dass die EZB die Stückelungsstruktur beibehalten will. Es wird also auch in Zukunft Banknoten zu 5 Euro, 10 Euro, 20 Euro, 50 Euro, 100 Euro, 200 Euro und 500 Euro geben. Auch die grafische Gestaltung der neuen Serie wird einem EZB-Sprecher zufolge auf dem Design der aktuellen Serie von Robert Kalina fußen.
Wann die Europäer jedoch die ersten neuen Euro-Scheine in der Hand halten werden, steht noch in den Sternen. "Es ist geplant, die erste Stückelung der neuen Serie gegen Ende der Dekade auszugeben", sagte ein Sprecher der EZB. Der genaue Zeitpunkt der Einführung, die Reihenfolge, nach der die einzelnen Stückelungen emittiert werden, sowie die Wahl der Sicherheitsmerkmale richte sich jedoch nach der Entwicklung innovativer Sicherheitsmerkmale und der Falschgeldsituation. Auch die Übergangsphase wird sich über mehrere Jahre ziehen. Laut EZB werden die einzelnen Stückelungen nacheinender in Intervallen von bis zu einem Jahr ausgegeben werden, "so dass erst nach einigen Jahren alle Banknotenwerte der zweiten Serie umlaufen werden".
"Zentralbanken überprüfen fortlaufend, ob die sicherheitstechnische Ausstattung ihrer Banknoten mit den Fortschritten in der Reproduktionstechnologie mithalten kann", sagte ein EZB-Sprecher. Um gegen Angriffe von Fälschern gewappnet zu sein, müssten Banknotenserien nach einigen Jahren sicherheitstechnisch aufgewertet werden. Bislang hat die EZB anhand von Marktforschungsergebnissen die funktionalen und technischen Anforderungen an neue Sicherheitsmerkmale definiert.
Möglichkeiten, Banknoten gegen Fälschungen zu sichern, gibt es viele. Die Druckereien entwickeln ständig neue Merkmale und Features, die die Banknoten sicherer machen sollen. Auch hier gilt: Top Secret. Gerüchteweise will die EZB ein Sicherheitsmerkmal einführen, dass benutzerfreundlicher ist und auf den ersten Blick erkannt werden soll.
Die Münchner Druckerei Giesecke & Devrient, die größte der 13 Euro-Druckereien, entwickelt jährlich neue Sicherheitsmerkmale, die so schöne Namen tragen wie Lead, Fit Medal oder Feel. Varifeye ist ein Durchsichtsfenster aus Sicherheitsfolie, das zum Beispiel beim bulgarischen Lew Verwendung findet. Unter der Marke Feel läuft eine spezielle Oberfläche, die unter Wärmeeinwirkung ihre Beschaffenheit ändert. Durch das Reiben der Banknote mit den Fingern könnte man so sofort eine Fälschung erkennen. Doch ob diese Features auch im neuen Euro ihre Verwendung finden werden, ist noch unklar. "Wir haben keine Anforderungen auf dem Tisch", sagte ein Sprecher von Giesecke & Devrient.
Fälschungen sind ein großes Problem für alle Zentralbanken. Im ersten Halbjahr 2006 sind insgesamt 300.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen worden. Der 20-Euro-Schein war die meist gefälschte Banknote und hat damit die 50-Euro-Note abgelöst, die bis Ende 2005 am häufigsten gefälscht wurde. 20- und 50-Euro-Scheine machen 80 Prozent des aufgedeckten Falschgeldumlaufs aus. Der Falschgeldanfall ist mit rund 600.000 Fälschungen jährlich nach Angaben der EZB seit mehr als zwei Jahren stabil geblieben. Münzen werden seltener gefälscht. 2005 wurden knapp 689.000 gefälschte Euro-Münzen entdeckt. Per Ende September 2006 waren 10,5 Milliarden Banknoten und 67 Milliarden Münzen im Umlauf.