An dieser Stelle berichtet Jens Korte, einer der bekanntesten deutschen Wall-Street-Reporter, jede Woche exklusiv für die FTD von der wichtigsten Börse der Welt.
Nun liegt sie hinter uns, die Horrorwoche. Citi und die anderen Banker haben ihre miserablen Ergebnisse ausgebreitet. Doch es traut sich keiner aufzuatmen. Denn es war nicht das von einigen befürchtete, von anderen erhoffte "Kitchensink"-Quartal.
Wenn Amerikaner Kehraus halten, wird alles außer dem Küchenbüfett entsorgt. Und so hatten die Investoren erwartet, dass jetzt alle schlechten Nachrichten auf den Tisch kommen würden. Aber die Bankchefs haben keine Entwarnung geben wollen. Sam Stovall, Chef-Investmentstratege bei Standard & Poor's, sieht eine weltweite Verkaufswelle anrollen und damit das Ende des weltweiten Wachstumsschubs. Erst bei 1250 bis 1275 Punkten wird nach Stovalls Ansicht der S&P 500 das Tief erreicht haben. Das wären noch einmal minus zehn Prozent vom derzeitigen Niveau. Jetzt ruhen die Hoffnungen auf der Fed.
Bisher hat Fed-Chef Bernanke nur 25-Basispunktehäppchen geschnitten. Nach seiner Rede vergangene Woche hält die Wall Street eine Zinssenkung von 50 Basispunkten für so gut wie versprochen. Nach der Horrorwoche halten manche sogar einen Schnitt von 75 Basispunkten für denkbar. Zuletzt hatte die Fed 1982 so drastisch die Zinsschraube gelockert. Das war das Jahr, als E.T. von seinem Raumschiff in der amerikanischen Provinz zurückgelassen wurde, Michael Jackson die Charts stürmte und in den USA die schlimmste Wirtschaftskrise seit der Depression herrschte. Präsident Ronald Reagan kämpfte mit Steuergeschenken dagegen an. Das hat auch sein politischer Enkel George W. Bush wahrscheinlich vor.
Bushs Berater basteln derzeit an einem Hilfspaket, dessen Kern eine Rückerstattung von 500 $ an jeden US-Steuerpflichtigen sein soll. Damit ließe sich eine Anzahlung für ein Macbook Air leisten. Das ultraleichte Notebook für 1799 $ hat Apple-Boss Steve Jobs bei der Macworld diese Woche vorgestellt. Die zweite, mit großem Werbeaufwand eingeführte Neuerung sind iPhones und iPods mit Online-Videoverleihservice. Da könnte man sich dann E.T. anschauen.
Jens Korte schreibt als Wall-Street-Korrespondent für die FTD.
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