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Merken   Drucken   02.07.2009, 20:05 Schriftgröße: AAA

Agenda: Wolken-Kuckucksheim

Dossier Angelsächsische Kapitalanleger kauften sich für Milliarden in den deutschen Immobilienmarkt ein - in der Hoffnung auf das große Geschäft. Jetzt stehen sie vor den Trümmern ihres Investments. Vielen Fonds droht die Pleite. von Meike Schreiber (Frankfurt)
Mit 120 Metern Höhe ist der City Tower das höchste Gebäude der Stadt Offenbach. Glas, Stahl und Naturstein hat Architekt Fritz Novotny beim Bau vor acht Jahren verarbeitet. "Ein Hochhaus von internationalem Format, das im Zentrum von Offenbach einen neuen architektonischen Akzent setzt", steht auf der Internetseite des Turms.
Doch es gibt nicht viele Menschen, die täglich den Blick aus ihren Büros über die Stadt schweifen lassen. Seit Jahren steht rund die Hälfte des eleganten Hochhauses leer. 23 der 33 Briefkästen sind mit vergilbtem Tesafilm überklebt. An der Glasfassade steht in großen Buchstaben: "2500 Fensterplätze, ab 11 Euro der Quadratmeter." Und: "Wir haben Raum für Ihre Ideen".
Ideen hatten sie wahrlich, die Immobilieninvestoren, die den Turm gekauft haben. Und Raum haben sie jetzt auch. Wahrscheinlich sogar etwas zu viel, denn ein anderes Wort für Raum ist Leerstand.
Der Offenbacher City Tower ist nur ein Beispiel von vielen. Tausende Immobilien haben sich angelsächsische Finanzinvestoren zwischen 2005 und 2008 in Deutschland unter den Nagel gerissen. Global agierende Kapitalanleger pumpten Milliarden in den deutschen Immobilienmarkt - in der Hoffnung auf das große Geschäft. Doch nun zeigt sich: Der deutsche Markt ist schwieriger als erwartet.
Aus den Büros des City Tower hätten Mitarbeiter einen guten Blick ...   Aus den Büros des City Tower hätten Mitarbeiter einen guten Blick über Offenbach, nur leisten will sich das kaum jemand
Durch die Finanzkrise droht das komplette Geschäftsmodell zu kippen. Die Häuser lassen sich meist nur noch mit Verlust verkaufen; die Preise sind im Sinkflug. Wenn die Mieter nicht mehr zahlen können, droht eine riesige Pleitewelle.
Etwa 72 Mrd. Euro haben angelsächsische Fonds von 2005 bis 2008 für deutsche Büro- und Wohnimmobilien ausgegeben. Die Zinsen waren niedrig. Die offenen Immobilienfonds standen unter Druck - und waren dankbare Verkäufer. Prominente Namen haben sich in Deutschland breitgemacht.
Die Immobilienfonds der US-Investmentbanken Morgan Stanley, Morgan Stanley Real Estate. Oder der Goldman-Sachs-Fonds Whitehall, der gerade als Vermieter des insolventen Kaufhauskonzerns Arcandor in die Schlagzeilen geriet. Auch der US-Private-Equity-Fonds Fortress hat zugeschlagen.

Teil 2: James Lapushner, das Kind der Blase

  • Aus der FTD vom 03.07.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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