17.04.2009, 07:55
Büroimmobilien: Allüberall Preisverfall
Die Finanzkrise hat die Immobilienmärkte weltweit erfasst: Leerstände steigen, Mieten sinken. Auch den bislang stabilen deutschen Markt hat es mittlerweile erwischt.
von Richard Haimann
Die durch die Finanzkrise ausgelöste Talfahrt der Weltwirtschaft hat die Büroimmobilienmärkte im ersten Quartal rund um den Globus massiv getroffen. Ob in New York, Frankfurt, London oder Peking - überall ist das Vermietungsvolumen geschrumpft. Die Mietpreise sind zum Teil drastisch eingebrochen.
Vergleichsweise glimpflich davongekommen ist bislang der deutsche Markt. Nach einer Studie der Immobilienberatungsgesellschaft Atisreal fiel das Vermietungsgeschäft an den acht wichtigsten Standorten gegenüber dem Vorjahreswert um 23 Prozent auf 589.000 Quadratmeter. Die Spitzenmieten gaben seit dem Jahreswechsel im Schnitt um vier Prozent nach. Zugleich sank das Investitionsvolumen auf 1,7 Mrd. Euro. Das entspricht einem Rückgang um die Hälfte gegenüber dem ohnehin schon schwachen vierten Quartal 2008.
Im Londoner Bürokomplex Canary Wharf brachen die Preise besonders stark ein
"Die Wirtschaftskrise ist auf den deutschen Büromärkten angekommen", sagt Peter Rösler, Chef von Atisreal Deutschland. "Die schwierige Situation vieler Unternehmen wird im weiteren Jahresverlauf dazu führen, dass Investitionen zurückgestellt und weniger Büroflächen angemietet werden." Eine Erholung des Marktes sei derzeit nicht in Sicht, meint Andreas Trumpp, Chefanalyst beim Beratungshaus Colliers Schauer & Schöll. "Tendenziell werden die Leerstände aufgrund der anstehenden Fertigstellungen sowie der verringerten Flächennachfrage in den meisten Städten in den kommenden Quartalen ansteigen."
Für die Finanzmetropole Frankfurt etwa erwartet Markus Schmidt, Leiter Research beim Immobiliendienstleister Aengevelt, im Jahresverlauf einen Zuwachs der unvermieteten Flächen von 1,63 Millionen Quadratmetern Ende 2008 auf 1,75 Millionen. "Die Spitzenmiete dürfte dadurch bis Dezember um neun Prozent auf 35 Euro pro Quadratmeter zurückgehen", sagt Schmidt.
Teil 2: Sehr viel dramatischer ist die Situation in den US-Metropolen
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FTD.de, 17.04.2009
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