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  Expo Real FTD-Serie: Gemischte Gefühle in München

Die Immobilienbranche schwankt zwischen Hoffen und Bangen. Nach dem Einbruch der internationalen Märkte mehren sich die Zeichen, die Talsohle könnte erreicht sein. Das Spezial zur Münchner Gewerbeimmobilienmesse Expo Real nennt die branchenbewegenden Themen.

Merken   Drucken   15.10.2009, 20:28 Schriftgröße: AAA

Expo-Real: Europas Regierungen stoßen Immobilien ab  

Experten erwarten eine milliardenschwere Verkaufswelle der öffentlichen Hand. Sie dürfte die Preise weiter unter Druck bringen. von Richard Haimann
Die Finanzkrise wird Europas Immobilienmärkte noch über Jahre hinweg beeinflussen und nachhaltiger verändern als bisher erwartet. Wegen der staatlichen Pakete zur Rettung der Banken und zur Ankurbelung der Konjunktur ist die Staatsverschuldung in den EU-Mitgliedstaaten drastisch gestiegen.
Das wird die Regierungen in den kommenden Jahren zwingen, Immobilien der öffentlichen Hand wie Verwaltungsgebäude, Kindergärten, Krankenhäuser, Rathäuser und Schulen im Milliardenwert zu veräußern, um ihre Verbindlichkeiten zu reduzieren. Das prognostizieren Experten der Beratungsgesellschaft CB Richard Ellis (CBRE) in einer Studie.
Die britische Regierung hat bereits angekündigt, sich bis 2019 von Immobilien im Gesamtwert bis zu 20 Mrd. Pfund trennen zu wollen, das sind umgerechnet rund 23 Mrd. Euro. Weitere Staaten wie Deutschland, Frankreich und Griechenland dürften gezwungen sein, dem Vorbild Londons zu folgen, sagt Jan Linsin, Chefresearcher bei CBRE in Deutschland. "Der Verkauf von Immobilienbeständen ist für viele Staaten eine Option, um die sich aus Konjunkturprogrammen, Beihilfen und sinkenden Steuereinnahmen ergebenden Herausforderungen für die öffentlichen Kassen abzumildern."
Nach einer Studie der EU-Kommission droht die Staatsverschuldung in Großbritannien bis 2020 auf 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) emporzuschnellen, in Frankreich und Italien auf jeweils 125 Prozent des BIP und in Deutschland auf 100 Prozent des BIP.

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  • FTD.de, 15.10.2009
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