Fonds trotzen Inflation und Markt
Gesellschaftliche Veränderungen im BlickIn der Theorie sollte der reale Wert einer Immobilie bei hohen Teuerungsraten nicht sinken: In der Idealwelt führt eine steigende Teuerung mittelfristig zu steigenden Löhnen, was in höheren Mieten mündet. Auch können höhere Baukosten dazu führen, dass die Nachfrage nach Bestandsimmobilien steigt und damit auch ihr Wert. Doch diese Argumente werden von der Praxis widerlegt. Zum einen sind Wohnungsmieten in Deutschland nicht an die Lebenshaltungskosten gekoppelt und zum anderen dominieren andere Mechanismen: Angebot und Nachfrage.
Über Jahrzehnte schien es Naturgesetz, dass Häuser und Wohnungen mit Gewinn verkauft werden können. "Schönheit vergeht, der Hektar besteht", hieß es lange Zeit. Doch das stimmt nicht mehr: Die Gesellschaft verändert sich rasant - und mit ihr auch das Kräfteverhältnis auf den Immobilienmärkten. In Regionen, die wegen mangelnder wirtschaftlicher Perspektiven an Anziehungskraft verlieren, in denen die Bevölkerung ausdünnt und überaltert, fallen die Immobilienpreise so drastisch wie nie zuvor. In wachstumsstarken Metropolen wie München oder Frankfurt ziehen die Preise dagegen weiter an.
Schulten glaubt, dass sich der Markt noch stärker spreizen wird. Angehenden Hausbesitzern rät er, klug zu investieren und die gesellschaftlichen Veränderungen zu berücksichtigen. Soll heißen: Boomregionen sind wirtschaftsschwachen Standorten vorzuziehen; Metropolen den Kleinstädten.