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Merken   Drucken   19.11.2009, 08:11 Schriftgröße: AAA

Gewerbeimmobilien: Die Bombe tickt

Anleger offener und geschlossener Immobilienfonds müssen sich auf deutliche Verluste gefasst machen. Im schlimmsten Fall könnte ihr Geld zudem für längere Zeit in den Investmentvehikeln eingefroren werden. Denn immer mehr Gewerbeimmobilieninvestoren haben Probleme, ihre Kredite zu bedienen. von Richard Haimann
Das könnte Banken zu massiven Zwangsverwertungen zwingen, wodurch die Preise von Büro-, Einzelhandels-, Hotel- und Logistikobjekten einbrechen und die Märkte vorübergehend austrocknen würden.
Durch den globalen Wirtschaftsabschwung steigen weltweit die Leerstände bei Gewerbeimmobilien, während gleichzeitig die Mieten sinken. Das bringt nicht nur die Immobilienpreise unter Druck. Immer mehr Kredite werden notleidend. Entweder reichen die Mieteinnahmen nicht mehr aus, um die Zinsen zu zahlen, oder der Wert der Immobilie ist unter den ausstehenden Darlehensbetrag gesunken.
In den USA haben Banken nach einer Studie von Real Capital Analytics bereits massiv Zwangsverwertungen von Gewerbeimmobilien eingeleitet. Sie wollen so ausstehende Kreditforderungen von 86,7 Mrd. $ eintreiben. Das entspricht 4,3 Prozent des weltweit ausgereichten Volumens an Gewerbeimmobiliendarlehen von rund 2000 Mrd. $.
In Deutschland ging bereits die Immobilienholding Level I mit Verbindlichkeiten von mehr als 1 Mrd. Euro  in die Insolvenz. Die Immobiliengesellschaft Orco Germany vermeldete im Oktober, dass mehr als die Hälfte des Gesellschaftskapitals verloren sei. Die verstaatlichte Hypo Real Estate fürchtet, dass sich die Situation verschärfen wird. Sie hat im dritten Quartal dieses Jahres Rückstellungen für notleidende Gewerbeimmobilienkredite im Gesamtwert von 616 Mio. Euro gebildet.
"Die Kurzarbeit hat die deutsche Konjunktur bislang gestützt und verhindert, dass Unternehmen im größeren Umfang angemietete Gewerbeflächen freisetzen", sagt Günter Vornholz, Leiter Immobilienresearch bei der Nord/LB-Tochter Deutsche Hypo. Dies werde sich jedoch ändern. Vornholz: "Mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit werden 2010 die Mieteinnahmen sinken und mehr Darlehen in Schieflage geraten."

Teil 2: Welle von Zwangsverwertungen droht

  • Aus der FTD vom 19.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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