Mit den Details setzen sich nur wenige früh genug auseinander: Etwa 70 Prozent der Kreditnehmer haben sich damit laut Umfrage noch gar nicht beschäftigt. Selbst die Hälfte von denen, die schon 2009 umschulden müssen, sind noch inaktiv. Verbraucher, die ihre Bank wechselten, informierten sich meist sehr viel früher. Der FH München zufolge bereiten sich 91,3 Prozent der Bankwechsler drei Monate und länger darauf vor.
Die Banken selbst klären Kunden in der Regel erst sehr kurzfristig darüber auf, zu welchen Konditionen sie Baukredite verlängern. Zumindest das dürfte sich ändern. Denn die Bundesregierung hat die Informationsrechte der Verbraucher gestärkt. Künftig müssen Banken drei Monate vor Ablauf der Zinsbindung eines Kredits Kunden ein Folgeangebot machen oder mitteilen, dass der Vertrag nicht verlängert wird.
"Die Banken müssen den Kunden dabei allerdings nur mitteilen, wie hoch der aktuell gültige Zinssatz ist, diese Konditionen sind drei Monate im Voraus noch nicht verbindlich", erklärt Christian Marburger, Leiter der Rechtsabteilung der Verbands deutscher Pfandbriefbanken. Anders ist das bei den Zinssätzen, die Banken ihren Kunden spätestens vier Wochen vor Ende der Zinsbindungsfrist mitteilen. Diese seien verbindlich.
Wechselwillige Kunden können sich die aktuellen Baugeldkonditionen aber schon früher sichern. Viele Banken bieten Forward-Darlehen an. Mit diesem relativ unbekannten Finanzinstrument lassen sich Zinsen für einen Anschlusskredit bis zu drei Jahre im Voraus festzurren. Meist verlangen die Banken für diese "Reservierung" einen Aufschlag. Derzeit verzichten aber einige darauf, wie zum Beispiel die BW-Bank, die DKB und die DSL Bank sowie ING-Diba. Das hat mit der Lage an den Märkten zu tun: Die Langfristzinsen liegen derzeit unter den Kurzfristzinsen. Daher ist es für Banken, die sich selbst am Kapitalmarkt finanzieren müssen, kein Nachteil, sich so früh auf feste Zinskonditionen festzulegen.