Das ist im Prinzip auch richtig. Denn Profite aus Immobilienverkäufen sind in Deutschland steuerfrei, sofern die Objekte länger als zehn Jahre gehalten wurden. "Die Immobilien werden jedoch so teuer angeboten oder zu so hohen Preisen in die Fonds eingebracht, dass Wertsteigerungen vollkommen illusorisch sind", warnt DIAS-Vorstand Pietsch. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Anleger überhaupt mit Gewinn verkaufen können, ist also ohnehin gering.
Die Objekte stammten größtenteils aus Portfolios, die von internationalen Finanzinvestoren an kleinere Unternehmen weitergereicht wurden. "Diese haben die Pakete weiter aufgeteilt und in Tranchen an noch kleinere Gesellschaften veräußert", sagt Späth. Angelsächsische Private-Equity-Fonds haben in den vergangenen Jahren mehr als 700.000 Wohnungen in Deutschland erworben und bis zu 95 Prozent des Kaufpreises über Darlehen finanziert.
Seit die Zinsen jedoch steigen, reichen die Mieterträge oft nicht mehr aus, um nicht nur Zins und Tilgung zu bedienen, sondern obendrein noch einen Gewinn abzuwerfen. "Die Finanzinvestoren der ersten Welle verabschieden sich, weil ihre Kreditstrategie nicht mehr die erhofften Erfolge zeigt", sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland.