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Merken   Drucken   16.06.2008, 10:00 Schriftgröße: AAA

Immobilien: Mehrfamilienhäuser sind die beste Geldanlage

Wer Immobilien kauft, sollte auf Mehrfamilienhäuser in guter Lage setzen. Die Wertentwicklungen sind gut, das Risiko ist gering. Die Erträge von Eigentumswohnungen enttäuschen dagegen von Richard Haimann
Mehr als 700 000 Wohnungen haben angelsächsische Finanzinvestoren in den vergangenen Jahren in Deutschland von Kommunen, Rentenversicherungsträgern und Industrie-unternehmen erworben. Einen Teil dieser Bestände wollen die Beteiligungsgesellschaften nun mit Preisaufschlägen an private Kapitalanleger weiterveräußern. Experten raten von einem Investment in vermietete Eigentumswohnungen ab.
"Mit einer Eigentumswohnung lassen sich maximal Erträge von vier Prozent pro Jahr erzielen", hat Christian Wittke, Immobilienanlageexperte der Hamburger Berenberg Bank, errechnet. Damit fällt die Rendite kaum höher aus als bei einem Investment in sichere Staatsanleihen. "Dabei müssen Vermieter einzelner Wohnungen jedoch erhebliche Risiken eingehen", sagt Wittke.
Das offensichtlichste Risiko: Der Mieter zieht aus und die Wohnung kann nicht sofort wieder vermietet werden. Wittke: "Mit jedem Monat Leerstand verringert sich die jährliche Einnahme um 8,3 Prozent." Zudem entstehen oftmals zusätzliche Kosten durch die Renovierung.
Überraschendes Ergebnis
Darüber hinaus gibt es jedoch auch Risiken, an die viele private Investoren nicht denken: "Der Großteil der Eigentumswohnungen in Deutschland ist in Hand von Eigennutzern", weiß Gottfried Bauer, Leiter des Bereichs Anlageimmobilien bei Engel & Völkers in Hamburg. Das gilt auch für Objekte, die von Investmentgesellschaften veräußert werden: Sie finden die meisten Abnehmer direkt unter ihren Mietern.
"Besitzer, die selbst in ihren Wohnungen leben, stellen jedoch deutlich höhere Ansprüche an die Ausstattung als renditeorientierte Kapitalanleger", sagt Bauer. Das führt dazu, dass die große Mehrheit der Eigennutzer umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen beschließt, an deren Kosten sich auch der Kapitalanleger beteiligen muss - und die seine Erträge schmälern.
Vor diesem Hintergrund überrascht das Ergebnis einer Studie des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (BBR) nicht: Der Untersuchung zufolge erzielen lediglich 40 Prozent der privaten Vermieter in Deutschland mit ihren Wohnungen einen Gewinn. Bei ebenfalls 40 Prozent halten sich Mieterträge und Unterhaltungskosten die Waage, der verbleibende Rest schreibt mit seinem Eigentum Verluste.
Indexentwicklung für Wohnungen aus dem Bestand   Indexentwicklung für Wohnungen aus dem Bestand
Preisdruck sorgt für sinkende Nachfrage
Auf Wertsteigerungen können die Besitzer ebenfalls nicht hoffen. Nach dem Hauspreisindex des Kreditdienstleisters Hypoport sind die Preise von Eigentumswohnungen in Deutschland allein 2007 im Schnitt um 6,8 Prozent gefallen. Die Ursache dafür sehen die Hypoport-Experten vor allem in den Wohnungsverkäufen der Finanzinvestoren.
"In den meisten Groß- und Mittelstädten löste die Privatisierung einen permanenten Preisrückgang aus", heißt es in der Jahresanalyse des Dienstleisters, über dessen Europace-Plattform rund zehn Prozent aller Wohnimmobilienfinanzierungen in Deutschland abgewickelt werden. Für zusätzlichen Preisdruck sorgt die sinkende Nachfrage am Markt.
"Angesichts der am Arbeitsmarkt geforderten Flexibilität sind immer weniger Angehörige der Altersgruppe bis 45 Jahre am Erwerb einer selbst genutzten oder vermieteten Eigentumswohnung interessiert", weiß Thomas Beyerle, Chefresearcher der Immobilienfondsgesellschaft Degi.

Teil 2: Privatanleger als Vermieter

  • FTD.de, 16.06.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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