Wer in Hamburg, München, Düsseldorf oder Frankfurt/Main wohnt, zahlt schon verdammt viel Geld für seine Bleibe. Doch damit nicht genug. Die Mieten werden 2010 weiter steigen - und zwar deutschlandweit. von Karsten Röbisch
Die Menschen in Deutschland müssen in diesem Jahr erneut mehr für ihre Wohnung bezahlen.
Der Immobilienverband Deutschland (IVD) rechnet bundesweit mit einem Anstieg der Nettokaltmieten von durchschnittlich 1 bis 1,5 Prozent. Die Preise würden nicht nur in den Großstädten zulegen, sondern auch in kleinen und mittleren Städten.
Einen Anstieg der Kaufpreise erwartet der IVD dagegen nur in den Ballungszentren. Damit setzt sich der Trend moderat steigender Mieten fort. Wohnungsnutzer zahlen heute im Schnitt rund 11,3 Prozent mehr als Anfang 2000. Ohne Berücksichtigung der Nettokaltmieten und Nebenkosten kletterten die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum hingegen um 23,4 Prozent.
Die Mieten dürften 2010 nach Einschätzung des IVD in allen Regionen klettern. Die größten Steigerungen seien jedoch in den Großstädten und den wirtschaftlich starken Ballungsräumen zu erwarten. "Vermehrte Zuzüge und ein Anstieg der Haushalte hinterlassen Spuren. Höhere Mieten und Kaufpreise sind die logische Folge", sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD. In den Metropolen zeichne sich bereits ein Mangel an kleinen Wohnungen ab, weil zu wenig Mietwohnungen gebaut würden.
Schon jetzt gibt es regional große Preisunterschiede. Am teuersten ist wohnen laut IVD-Preisspiegel in München mit einer Nettokaltmiete von 13 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Hamburg mit 12,40 Euro und Stuttgart mit 11,80 Euro. Bundesweit liegt der Schnitt bei 6,93 Euro. Die IVD-Zahlen beziehen sich jedoch nur auf neue Vertragsabschlüsse, nicht jedoch auf alte Mietverträge.
Bewertung von Wohnlagen und Immobiliensuche in Deutschland und Europa. mehr
Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser dürften nach Einschätzung des Branchenverbands um ein bis zwei Prozent zulegen. Deutliche Bewegungen erwartet der IVD jedoch nur in den Großstädten. "Eine stärkere Nachfrage gibt es vor allem für mittlere und gute Lagen in den Ballungsräumen", sagt Schick. In kleineren Städten, im ländlichen Raum und in Abwanderungsgegenden würden die Preise dagegen stabil bleiben oder leicht sinken.
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