Unter Druck geraten die Investoren von mehreren Seiten. Zum einen sind die kalkulierten Einnahmen kaum noch zu realisieren: Die Büromieten sinken, folglich schmilzt auch der Wert der Immobilien - zumal derzeit kaum Käufer auf dem Markt sind. "In Randlagen sind die Preise bereits um 15 Prozent gefallen", sagt Best. Zwar werden Bauprojekte erst begonnen, wenn ein gewisser Teil der Flächen vorab zu einem vereinbarten Preis vermietet wurde. Sinkende Mieten wirken sich daher kaum auf die Preise aus, je höher der Vorvermietungsgrad ist. Doch meist werden nicht alle Flächen im Voraus vergeben. "Für die freien Flächen, die bis 2010 auf den Markt kommen, besteht ein erhebliches Neuvermietungsrisiko", sagt Ingo Weiß, Chef des Projektgeschäfts beim Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle in Deutschland.
Und selbst abgeschlossene Verträge geben keine Garantie, dass nach Fertigstellung die Flächen tatsächlich bezogen werden. Je länger die Rezession wuchert, desto größer ist die Gefahr von Insolvenzen. "Das zieht sich quer durch alle Branchen", sagt Best. Das Ausfallrisiko wälzen potenzielle Käufer gern auf die Projektentwickler ab - auch das drückt die Verkaufspreise. Dies können die Entwickler kaum noch auffangen. Zwar seien die Baukosten gesunken, aber nicht so stark wie die Immobilienwerte, sagt Best.
Erschwerend kommt hinzu, dass demnächst viele neue Büroflächen auf den ohnehin gesättigten Markt kommen. Weil die Preise für fertige Gebäude in der Vergangenheit vielerorts überhitzt waren, wichen Investoren auf Bauprojekte aus, um günstiger einkaufen zu können. Zu ihnen gehörten auch die offenen Immobilienfonds. "2006 und 2007, als die Anfangsrenditen für Bestandsimmobilien stark gesunken waren, haben die Fonds vermehrt in Projektentwicklungen investiert", sagt Sonja Knorr von der Ratingagentur Scope. 2007 entfielen rund 3,7 Mrd. Euro - knapp 40 Prozent des Neuinvestitionsvolumens - auf Gebäude im Bau. Zwar hätten die Fonds mit den Projektentwicklern oft Mindestmieten und Vermietungsgarantien vereinbart. Dennoch bleibe ein Restrisiko, so Knorr.