Die Liste der eingefrorenen offenen Immobilienfonds wird immer kürzer. Am Montag teilte der Anbieter Kanam mit, für sein Produkt Grundinvest ab dem 8. Juli wieder Fondsanteile zurückzunehmen. Damit verringert sich die Zahl der gesperrten Fonds auf acht.
Wegen starker Mittelabflüsse hatten im vorigen Oktober insgesamt zwölf offene Immobilienfonds die Anteilsrücknahme vorübergehend ausgesetzt. In der Spitze war rund ein Drittel des Gesamtvermögens der Branche von rund 86 Mrd. Euro eingefroren. Lediglich zwei Anbieter hatten nach Ablauf der zunächst auf drei Monate begrenzten Sperrfrist wieder geöffnet. Die übrigen nutzen den gesetzlichen Spielraum und verlängerten die Aussetzung für maximal weitere neun Monate bis Ende Oktober.
Um die Stabilität des Fonds bei einer Wiedereröffnung sicherzustellen, trat Kanam von Kaufverpflichtungen zurück und verhandelte zusätzliche Kreditlinien aus. Nach Angaben der Fondsgesellschaft verfügt der Grundinvest nun über eine freie Liquidität von1 Mrd. Euro - was einer Quote von 20 Prozent am Fondsvermögen entspricht. Zudem hätten viele verkaufswillige Investoren in den vergangenen Monaten ihre Meinung geändert. Rund zwei Drittel der angekündigten Verkaufsaufträge seien widerrufen worden. Zum 30. Juni wies der Fonds eine Jahresrendite von fünf Prozent aus.
Vor dem Grundinvest wurden bereits der Fonds Immoinvest der SEB und der Euroreal der Credit Suisse vor Ablauf der gesetzlichen Speerfrist wieder freigegeben. Weiterhin eingefroren sind der US-Grundinvest von Kanam, der Degi Europa, der Fonds P2 Value von Morgan Stanley, der Axa Immoselect, der TMW Immobilien Weltfonds sowie die beiden UBS-Produkte 3 Kontinente und Euroinvest.