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19.02.2009, 09:11
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Immobilienmarkt:
Südafrikas Betongold
Das Kap der Guten Hoffnung macht seinem Namen alle Ehre: Während weltweit die Häuserpreise dramatisch einbrechen, gibt es hier noch positive Renditen. Dass Betongold hier noch glänzt, hat auch mit echtem Gold zu tun.
von Richard Haimann
Immobilienaktien haben 2008 eine rasante Talfahrt hingelegt. Der von Global Property Research (GPR) erstellte GPR-250-Global-Index mit den 250 größten börsennotierten Immobiliengesellschaften der Welt fiel um 49,4 Prozent. Mit deutschen Immobilienaktien erlitten Anleger nach Berechnungen des niederländischen Datenanbieters im Schnitt sogar Verluste von 66,8 Prozent. Doch aus dem Dunkel des vergangenen Jahres ragt - nomen est omen - einzig das Kap der Guten Hoffnung als heller Stern hervor: Inklusive Dividenden bescherten südafrikanische Immobilienwerte ihren Aktionären 2008 auf Basis des südafrikanischen Rand eine positive Rendite von durchschnittlich 11,9 Prozent.
Für die gute Performance hat GPR-Analyst Jeroen Vreeker mehrere Ursachen ausgemacht: "Zum einen hat die Finanzkrise Südafrika weit weniger stark getroffen als andere Länder." Mehr als 15 Prozent des weltweit geförderten Golds werde zwischen Kapstadt und Johannesburg geschürft. Der Preis des Edelmetalls sei im Zuge der Finanzkrise seit November 2008 um 30 Prozent gestiegen. Das komme der Wirtschaft zugute - und damit auch dem Immobiliensektor.
Auch die Immobilienmärkte in Städten wie Kapstadt profitieren vom rasanten Goldpreisanstieg
"Zudem profitieren die Papiere von Übernahme- und Mergerfantasien", sagt Vreeker. Gerade haben der 5,6 Mrd. Rand (447 Mio. Euro) schwere, börsengelistete Immobilienfonds Redefine und die beiden Mitbewerber ApexHi Properties und Madison Property den Zusammenschluss angekündigt. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 15,5 Mrd. Rand (1,2 Mrd. Euro) entsteht so die zweitgrößte Immobiliengesellschaft des Landes. Madison-Chef Marc Wainer rechnet angesichts der Kapitalmarktturbulenzen mit weiteren Zusammenschlüssen: "Große Schiffe sind stabiler als kleine Boote."
André Stadler, Chefanalyst bei Catalyst Fund Managers in Kapstadt, erwartet für südafrikanische Immobilienaktien 2009 eine durchschnittliche Dividendenrendite von rund zehn Prozent. Damit liegen die Erträge der Aktionäre aus den laufenden Mieterträgen etwa gleichauf mit Festgeldanlagen. Diese rentieren wegen des hohen Leitzinses der Zentralbank derzeit ebenfalls bei rund zehn Prozent.
Über die Dividendenausschüttungen hinaus besteht bei einer Reihe südafrikanischer Immobilienwerte die Chance, in diesem Jahr mit Kursgewinnen glänzen zu können. Nach einer Studie von Catalyst Fund Managers notieren zahlreiche Papiere deutlich unter dem Nettovermögenswert (Net Asset Value - NAV) ihrer Immobilienbestände. Dieses Kurszuwachspotenzial mache "börsengelistete Immobilienwerte weiterhin zu einer interessanten Alternative zu Anleihen und Festgeld", sagt Stadler.
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Aus der FTD vom 19.02.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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