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Merken   Drucken   21.11.2011, 09:18 Schriftgröße: AAA

Indexfonds auf Immobilienaktien: Wie Büroflächen Rendite bringen

Mit Indexfonds auf Immobilienaktien können Anleger von der Entwicklung ganzer Regionen profitieren. Bei diesen Investmentfonds variieren Kosten und Konstruktion jedoch.
© Bild: 2011 Bloomberg
Mit Indexfonds auf Immobilienaktien können Anleger von der Entwicklung ganzer Regionen profitieren. Bei diesen Investmentfonds variieren Kosten und Konstruktion jedoch. von Nikolaus von Raggamby
Anleger, die an die positive Entwicklung des Immobilienmarktes glauben, aber das Risiko einer Einzelaktie scheuen, können über Indexfonds - sogenannte Exchange-Traded Funds (ETFs) - investieren. Die Produkte bilden einen bestimmten Immobilienindex ab und können börsentäglich gehandelt werden. "Das Interesse an Immobilien-ETFs ist gestiegen", sagt Sasa Perovic, ETF-Analyst der Ratingagentur Scope.
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Die Mehrheit der 16 an der Frankfurter Börse gelisteten Immobilien-ETFs bezieht sich auf Indizes von FTSE EPRA/NAREIT oder Stoxx. Der größte Unterschied liegt in der Auswahl der Unternehmen. In den FTSE EPRA/NAREIT kommen nur Firmen, die mindestens 75 Prozent ihrer Erträge direkt mit Immobilien erzielen, sei es mit der Vermietung, dem Handel oder der Entwicklung. Die Finanzierung von Gebäuden oder das Projektmanagement fallen nicht darunter. Somit schließt der Index börsennotierte Gesellschaften aus, die sich direkt oder indirekt mit dem Kauf von Hypotheken oder Pfandbriefen befassen. Die Stoxx-Indizes erlauben dagegen auch solche Dienstleistungen.
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Die Indizes beziehen sich auf verschiedene Länder und Regionen. Und am besten beurteilen Experten derzeit die Chancen für Asien. "Durch das starke Wachstum in der Region, insbesondere in China, haben die Märkte noch weiteres Wachstumspotenzial", sagt Claus Thomas vom Fondsmanagers LaSalle. Analyst Klose sieht auch in den USA Chancen, auch wenn der Sockelleerstand bei Büros noch hoch ist. "Sollte der Markt die ausstehenden Gewerbeimmobilienrefinanzierungen lösen, rechnen wir mit weiteren Kursanstiegen." Sein Favorit in Europa ist derzeit Großbritannien. Dort seien die Spitzenmieten und Kaufpreise besonders für Büroobjekte zuletzt deutlich gestiegen. "Daher sehen wir durchaus Kurspotenzial für britische Immobilienaktien", so Klose. Vor allem Firmen aus dem Finanzsektor würden wieder mehr Flächen anmieten, sagt Klose. Davon profitierten besonders die Unternehmen, die solche Flächen entwickeln, wie etwa British Land oder Land Securities.
Diese Firmen spielen auch in den europäischen Indizes eine dominante Rolle. Denn allen Barometern ist gemein, dass sie die Firmen nach der Marktkapitalisierung gewichten, gemessen am Streubesitz der Aktien.
Unterschiede gibt es hingegen in der Bauart der ETFs. Anbieter wie Lyxor, Comstage oder DB X-Trackers bilden die Indizes mithilfe von Swaps nach. Dazu kaufen sie beliebige Wertpapiere und tauschen deren Rendite bei einer Bank gegen die Performance des Index. Anleger gehen somit das Risiko ein, dass der Swap-Partner ausfällt. Dies ist bei Amundi und Marktführer iShares ausgeschlossen, die die Einzelaktien kaufen. Die Methode verursacht meist aber höhere Kosten.
Die Gebühren sind bei den Produkten ohnehin sehr hoch, was auch Analyst Perovic kritisiert. "Bei Immobilien-ETFs rangieren diese zwischen 0,4 und 0,8 Prozent und damit um bis zu 0,4 Prozentpunkte über dem Durchschnitt aller ETFs." Zudem sollten Anleger wissen, dass die ETFs aufgrund der zyklischen Immobilien- und Aktienmärkte relativ riskant sind. In den Factsheets der Emittenten sei davon oft nichts zu lesen, bemängelt Perovic.
  • FTD.de, 21.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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