"In den meisten Städte sind die Preise bereits unter den Stand vor der Immobilienblase gefallen", sagt Shiller der FTD. Es stelle sich die Frage, ob und wie weit die Preise über die Grenze "hinausschießen". Frühere kleinere Blasen in einzelnen Städten der USA geben nicht viel Grund zur Hoffnung. Dort fielen die Preise bis zu acht Jahre lang, derzeit sind sie seit drei Jahren am Sinken. Die Notenbank geht derzeit von einem Hauspreisrückgang von 14 Prozent 2009 und von vier Prozent 2010 aus. In einem Worst-Case-Szenario sehen die Fed-Ökonomen einen Preisrutsch von 22 Prozent für 2009 und sieben Prozent 2010 voraus.
Immer wieder ist der Yale-Professor gefragt, wenn es darum geht, die aktuelle Krise zu erklären. Vor wenigen Jahren gründete Shiller zusammen mit zwei Partnern den Finanzdienstleister Macro Market, der den Case-Shiller-Index entwickelte und gemeinsam mit der Bewertungs- und Analysegesellschaft Standard & Poor's vermarktet.
Als Ausweg aus der Krise fordert Shiller einen Ausbau der Finanzmärkte - und noch mehr Finanzinnovation. Zu diesem Zweck bringt Shiller selbst in wenigen Wochen zwei neuartige Exchange-Traded Funds (ETFs) an die New York Stock Exchange, die die Preisentwicklung in den zehn wichtigsten US-Städten widerspiegeln. Hinter dem Tickersymbol UMM verbirgt sich das "Up Major Metropolitan"-Zertifikat, mit dem Anleger auf einen Preisanstieg setzen können, das DMM steht für "Down Major Metropolitan" und gewinnt an Wert, wenn die Preise fallen.
"Hauskäufer gehen ein enormes Risiko ein", sagt Shiller. "Sie setzen alles auf eine Karte." Shillers Vision: den Markt von Hausfutures und -zertifikaten so auszubauen, dass sich Hauskäufer und Banken entsprechend absichern können. So könnten Banken flexible Hypotheken anbieten, die Ratenzahlungen wären beispielsweise an Wirtschaftswachstum und Hauspreisentwicklung gekoppelt. Der Hauskäufer mindert sein Risiko, während Zwangsvollstreckungen, die derzeit in den USA auf Rekordniveau sind, weitgehend ausbleiben würden. "Damit wäre die Demokratie auch an den Finanzmärkten angekommen", sagt Shiller. "Mehr Menschen könnten sie wirklich nutzen."