Abwertungsrisiko bleibt bis 2011 bestehenDie größte Gefahr derzeit ist die Immobilienbewertung. Konnten die Fonds bis 2007 ihre Gebäude noch aufwerten, so schlägt das Pendel jetzt um. Darunter leiden besonders Produkte mit einem hohen Immobilienanteil außerhalb Europas, da die Märkte stärker schwanken.
"In puncto Bewertung haben es die global agierenden Fonds schwerer", sagt Knorr. Zwar gilt gemeinhin eine breite Streuung der Immobilien als guter Schutz vor Preisschwankungen, doch derzeit erweist sich die Expansion ins Ausland als Belastung. Denn derzeit gibt es weltweit kaum einen Immobilienmarkt, der nicht von Preisverfall geprägt ist. "Die regionalen Zyklen haben sich angeglichen, und das verstärkt die Ausschläge", sagt Knorr.
Wie stark sie sind, hängt von der Vermietungsquote und den Restlaufzeiten der Mietverträge ab. Fonds, bei denen in den nächsten Jahren kaum Verträge auslaufen, sind für die Zukunft besser gerüstet als jene, die hohe Leerstände haben oder in nächster Zeit einen Großteil ihrer Flächen neu vermieten müssen. Dann sind Preisnachlässe fällig, und die haben direkte Auswirkungen auf die Bewertung. Je geringer die künftigen Einzahlungen, desto niedriger ist der Gebäudewert heute.
Das Problem belastet die Anbieter noch längere Zeit. "Das Abwertungsrisiko wird bis 2011 bestehen bleiben", sagt Hubert Spechtenhauser, Fondsmanager des Hausinvest Europa der Commerz Real. Entsprechend sinken die Renditen. Den Effekt können die Fonds jedoch durch Zukäufe ausgleichen. Denn mit dem Preisverfall sind die Anfangsrenditen der Gebäude - also der Wert der abgezinsten Mieteinnahmen im Verhältnis zum Kaufpreis - stark gestiegen.