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09.04.2009, 10:02
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Offene Immobilienfonds:
Dubiose Firmen kaufen Anteile
Viele Anbieter von Immofonds nehmen derzeit keine Anteile zurück. Das machen sich zwielichtige Anbieter zunutze. Per Bundesanzeiger werben sie für die Rücknahme - mit kräftigem Abschlag. Die Banken sind gezwungen, dabei mitzuspielen.
von Karsten Röbisch
Einen überraschenden Brief erhielten in der Vorwoche die Anleger des vorübergehend eingefrorenen offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest von ihrer Depotbank. Darin erfuhren sie, dass die Firma GES Beteiligungen am 27. März im Bundesanzeiger ein öffentliches Kaufangebot für die Anteile am Immobilienfonds veröffentlicht hat. Eine anscheinend positive Nachricht, denn immerhin können die Anleger seit Ende Oktober ihre Anteile nicht mehr an die Fondsgesellschaft zurückgeben.
Das Angebot wirkt jedoch wenig verlockend. GES Beteiligungen bietet je Fondsanteil 47,50 Euro. Der Preis liegt damit knapp 17 Prozent unter dem Rücknahmepreis, den die Fondsgesellschaft trotz Aussetzung der Rücknahme weiterhin täglich ermittelt. Und es ist nicht die einzige Offerte dieser Art. Seit Dezember vergangenen Jahres hat es von verschiedenen Firmen fünf öffentliche Kaufangebote für Anteile an eingefrorenen Immobilienfonds gegeben (siehe Tabelle). Zum Teil liegen die Preisabschläge bei 20 Prozent. Dazu kommen drei Fälle, in denen den Fondsinhabern Anteile an nicht börsennotierten Kapitalgesellschaften zum Umtausch angeboten wurden. Das Kalkül der Firmen: Sobald die Fonds wieder öffnen, geben die Aufkäufer die Anteile mit hohem Gewinn zurück.
Öffentliche Kaufangebote für Anteile von eingefrorenen Immobilienfonds
Das Geschäftsmodell ist mit wenig Aufwand zu betreiben. Eine Anzeige im elektronischen Bundesanzeiger kostet die Anbieter weniger als 50 Euro. Für die zügige Verbreitung des Angebots - inklusive Bezahlung des Portos - sorgen dann die Depotstellen. "Die Banken sind zur Weiterleitung solcher Informationen gesetzlich verpflichtet", sagt Dorothea Mohn, Finanzexpertin vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Wirtschaftlich beurteilen müssten sie es jedoch nicht.
Gerade das macht es für Fondsinhaber so schwer, die Werthaltigkeit der Angebote einzuschätzen. Der Brief der Depotbank vermittelt ihnen den Eindruck, als handele es sich um ein gute Offerte. Zumal die Banken im Anschreiben nicht auf die Möglichkeit verweisen, dass Anleger ihre Fondsanteile auch über die Börse verkaufen können. Dort müssen sie zwar ebenfalls mit Preisabschlägen rechnen. Sie liegen je nach Fonds und Tag jedoch nur zwischen zwei und zehn Prozent.
Dubios sind vor allem die Umtauschangebote. So bot die Patentix AG im Dezember den Anlegern des Kan Am Grundinvest je Fondsanteil 19 Aktien der SPV AG & Co. KGaA zum Preis von 2,95 Euro. Geschäftszweck des nicht börsengehandelten Unternehmens ist die Verwaltung des eigenen Vermögens. Das besteht neben ein paar Goldbarren aus Patenten, etwa für ein Pflegebett mit schwenkbarer Matratze. Einen Lizenznehmer gibt es derzeit jedoch nicht. Auf der Internetseite beziffert das Unternehmen seinen Nettoinventarwert auf 3,62 Euro je Aktie. Wie bei den Lottozahlen ist die Angabe jedoch ohne Gewähr.
Teil 2: Warnung vor Umtauschangeboten - ein Totalverlust droht
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Aus der FTD vom 09.04.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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