An der Börse Hamburg etwa werden die Anteile aller elf Fonds, die bislang geschlossen wurden, weiterhin gehandelt. "Solange die Investmentgesellschaften das Nettoanlagevermögen (NAV) täglich ausweisen, geht der Handel weiter", sagte ein Sprecher der Börse.
Ausnahmen gibt es nur, wenn - wie im Dezember 2005 geschehen - die Gesellschaft das NAV nicht mehr ermittelt. Damals fror die
Deutsche Bank ihren Grundbesitz Invest für drei Monate ein, weil das Management die Immobilien neu bewerten musste. Bis März 2006 veröffentlichte die Gesellschaft kein NAV, entsprechend wurden die Fondsanteile in Hamburg nicht gehandelt. Andere Regionalbörsen eröffneten den Handel bereits im Februar. Anleger, die die Krise aussaßen, wurden belohnt: Der Abwertungsbedarf fiel mit 2,4 Prozent deutlich geringer aus als erwartet.
Auch jetzt verkauften einige Anleger überhastet ihre Anteile. Der Fonds Kan Am Grundinvest notierte vor der Schließung bei mehr als 55 Euro. Am ersten Handelstag nach der Schließung fiel der Kurs auf teilweise unter 50 Euro. Der Abschlag von zehn Prozent ist viel für Immobilienfonds, die derzeit im Schnitt auf eine jährliche Rendite von fünf Prozent kommen. Am Mittwoch wurden die Anteile wieder zu 54,40 Euro gehandelt. Wer sein Geld nicht sofort braucht, sollte die Anteile behalten, rät auch der Branchenverband BVI. Die Fonds hätten kein Bewertungs-, sondern ein Liquiditätsproblem. Nur wenn sie gezwungen sind, zu den aktuell niedrigen Marktpreisen Gebäude zu verkaufen, könnte das NAV sinken.