Das Investmenthaus Morgan Stanley Real Estate schockiert die Anleger seines offenen Immobilienfonds P2 Value mit einem Rekordverlust. Der Gebäudebestand des Fonds wird um 231 Mio. Euro abgewertet. Dies entspricht einem Abschlag von knapp 14 Prozent des Fondsvolumens. Als Grund gab Morgan Stanley die schlechte Lage an den Immobilienmärkten an.
Die Abwertung ist die größte, die je ein offener Immobilienfonds in Deutschland vornehmen musste. Damit lösen sich für die Anleger die Gewinne der Vergangenheit in Luft auf. Der Fonds wurde erst im November 2005 aufgelegt und wies Ende Juni eine Performance von 18,3 Prozent aus. Diese wird jedoch nach der Methode des Branchenverbandes BVI ermittelt und berücksichtigt nicht den Ausgabeaufschlag sowie die Steuern.
Der P2 Value galt unter Experten besonders anfällig für Wertberichtigungen. "Der Fonds hat wegen seiner Strategie ein höheres Chance-Risiko-Profil", sagt Sonja Knorr, Analystin der Ratingagentur Scope. Er baute sein Portfolio in den Jahren 2006 und 2007 auf, und damit in einer Zeit, als die Immobilienpreise weltweit in die Höhe schossen. Dabei investierte vor allem stark im Ausland. Auffällig ist der hohe Asien-Anteil von rund einem Drittel, im Branchendurchschnitt beträgt er nur 4,4 Prozent. In Asien haben Mietverträge aber in der Regel kürzere Laufzeiten, sinkende Mieten schlagen sich daher schneller im Gebäudewert nieder.
Entsprechend entfällt mit 66 Mio. Euro der größte Teil der Abschreibungen auf den Immobilienbestand in Japan. 50,2 Mio. Euro, gefolgt von Deutschland (50,2 Mio. Euro), Spanien ( 32,8 Mio. Euro) und den USA mit 31,1 Mio. Euro. Als einziger Anbieter unterscheidet Morgan Stanley zudem zwischen einem Kernbestand und einem Tradingportfolio. Letzteres umfasst Immobilien, die nach höchstens fünf Jahren wieder verkauft werden sollen. Damit setzt das Management auf kurzfristige Verkaufsgewinne.