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Merken   Drucken   03.12.2009, 15:47 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Abrissarbeiten in der Fondsbranche

Es sind spannende Zeiten, die die Branche der offenen Immobilienfonds gerade durchlebt. Eben erst erreichte die Liquiditätskrise mit der erneuten Sperrung des Axa Immoselect und des Degi International einen neuen Höhepunkt, da sorgt nun der Anbieter iii-Investments für Schlagzeilen. von Karsten Röbisch  , Wolf Brandes  und Meike Schreiber 
Wie aus der monatlichen Mittelstatistik des Branchenverbands BVI hervorgeht, flossen im Oktober aus den beiden Fonds des Anbieters, dem Euro Immoprofil und dem Inter Immoprofil, rund 1,1 Mrd. Euro ab. Damit schmolz das Vermögen beider Produkte auf rund 480 Mio. Euro zusammen.
Über die Einzelheiten der Transaktion hält sich iii-Investments bedeckt. Offiziell bestätigt das Münchner Investmenthaus nur, dass "Anfang Oktober im Zuge einer umfangreichen Transaktion 54 Objekte aus den Fonds Euro Immoprofil und Inter Immoprofil zum Verkehrswert von insgesamt 1,4 Mrd. Euro veräußert" wurden. An wen, dazu gibt es keine Angaben.
Weg mit den Altlasten: In Las Vegas werden ungenutzte Kasinos ...   Weg mit den Altlasten: In Las Vegas werden ungenutzte Kasinos gesprengt, iii-Investments lagert seine Problemhäuser aus
Doch es gliche einem Wunder, wenn iii-Investments gleich so viele Gebäude in der aktuellen Phase veräußert haben sollte, da der Transaktionsmarkt doch derzeit so aufnahmefähig ist wie ein Pendlerzug in den Morgenstunden. Und es wäre umso erstaunlicher, wenn die Gebäude noch dazu zum Verkehrswert verkauft wurden. Denn der Bestand beider Fonds war nicht gerade das, nach dem sich Investoren den Kopf verdrehen. Beim Euro Immoprofil waren Ende 2008 knapp 40 Prozent der Gebäude älter als 15 Jahre, die Leerstandsquote lag mit 13,2 Prozent deutlich über dem Branchenschnitt.
Auffällig ist auch, dass niemand in der recht überschaubaren Branche etwas über eine derart große Transaktion weiß. Und noch etwas gibt Rätsel auf: Der Verkauf der Immobilien spült ja zunächst Geld in die Kasse, das Fondsvermögen müsste entsprechend - wie bei einem Tausch Bares gegen Ware - zunächst einmal gleich bleiben.
Das nährt den Verdacht, dass iii-Investments die Häuser nicht an Dritte verkauft, sondern in einen Spezialfonds verschoben hat. Ein Indiz dafür liefert der Anbieter selbst. Auf seiner Interseite beziffert er das aktuell verwaltete Vermögen aller seiner Immobilienfonds auf rund 4,8 Mrd. Euro. Diesen Wert veröffentlichte iii-Investments bereits im Juli. Seitdem ist aber die Zahl der Spezialfonds, die nur institutionellen Investoren offenstehen, von sieben auf acht gestiegen.

Teil 2: Warum dem Fonds so viele Mittel entzogen wurden

  • FTD.de, 03.12.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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