Die umstrittene Gesundheitsreform von US-Präsident
Barack Obama hat amerikanische Healthcare-REITs aus ihrem Dornröschenschlaf gerissen. Seit Jahresbeginn legten die Kurse der in Krankenhäuser und Pflegeheime investierten Real Estate Investment Trusts (REITs) im Schnitt um 7,33 Prozent zu. "Der Run hat gerade erst begonnen", sagt Bryan Ellis, Herausgeber des Informationsdienstes Bryan Ellis Real Estate Newsletter.
In der Vergangenheit hatten sich die Börsenkurse der Gesundheits-REITs kaum bewegt. Sie galten als solide, aber langweilige Dividendenpapiere. Wie andere REITs, die in Bürotürme oder Shoppingcenter investieren, müssen auch die Healthcare-Trusts ihre Gewinne nicht versteuern, sondern zu 90 Prozent an die Aktionäre ausschütten.
Inzwischen werden die zum Teil auch an deutschen Börsen notierten Healthcare-REITs als die großen Gewinner der Gesundheitsreform gesehen. "Durch die Reform wird der Bedarf an Betten deutlich steigen, ebenso die Gewinne der Betreiber von Kliniken und Pflegeheimen", prognostiziert Paul Heiserman, Gesundheitsimmobilienexperte bei der Beratungsgesellschaft Colliers International. Nach einer Studie des Investmentdienstleisters Marcus & Millichap müssten bis Ende 2013 landesweit zusätzliche Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen mit einer Gesamtfläche von rund 5,57 Millionen Quadratmetern geschaffen werden.