In dieser Zeit könnten sie keine Fondsanteile an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Zugleich sollen die Anbieter die Möglichkeit bekommen, bei starken Mittelabflüssen auch für Privatanleger vorübergehend eine dreimonatige Kündigungsfrist einzusetzen. "Wir haben dem Gesetzgeber vorgeschlagen, die Regelungen noch in dieser Legislaturperiode in das Gesetz aufzunehmen", sagte BVI-Präsident Wolfgang Mansfeld.
Mit der Gesetzesänderung will der BVI künftig Fondsschließungen erschweren. Wegen massiver Mittelabflüsse von institutionellen Investoren und Dachfonds mussten Ende Oktober zwölf offene Immobilienfonds die Anteilsrücknahme vorübergehend aussetzen. Lediglich zwei von ihnen haben nach Ablauf der zunächst auf drei Monate befristeten Sperrfrist die Anteilsrücknahme wieder aufgenommen. Damit bleiben rund 22 Mrd. Euro oder 30 Prozent des Gesamtvermögens der Branche eingefroren.
Um separate Haltefristen mit Großinvestoren vereinbaren zu können, müssen die Fonds ihre Anleger jedoch erst einmal kennen. Aus diesem Grund sollen sie nach dem Willen des BVI eine separate Anteilsklasse für Großinvestoren schaffen. Alternativ könnten die Depotbanken verpflichtet werden, Anteilskäufe von Großinvestoren der Gesellschaft zu melden.
Angeschlagene Fonds außen vor
Für die von den Schließungen betroffenen Fondshäuser ist die geplante Gesetzesänderung keine Hilfe. Die Beschränkungen sollen nur für Neukunden gelten, die nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung Anteile erwerben. Dass viele Anbieter die dreimonatige Sperrfrist verlängern mussten, zeigt aber, dass die Gefahr von hohen Mittelabflüssen noch nicht gebannt ist. So bezifferte die Fondsgesellschaft Axa Investment Managers das Auszahlungspotenzial für ihren rund 3,6 Mrd. Euro schweren Fonds Immoselect jüngst auf 500 Mio. Euro.
Nach einer Wiederaufnahme der Anteilsrücknahme könnten die Geldnöte sogar noch steigen. Nach Angaben von BVI-Vorstandsmitglied Barbara Knoflach werden die Anteile der gesperrten Fonds derzeit stark an der Börse gehandelt. "Das deutet darauf hin, dass wir es mit Spekulanten zu tun haben", sagte Knoflach. Der Verkauf über die Börse ist für betroffene Anleger die einzige Chance, an ihr Geld zu kommen. Die Preise notieren jedoch mit einem Abschlag von bis zu zehn Prozent zum Nettoinventarwert. Knoflach befürchtet, dass Profiinvestoren die Anteile zu günstigen Kursen kaufen, um sie nach Wiedereröffnung der Fonds sofort zurückzugeben. "Die Situation erfüllt uns mit großer Sorge."