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21.08.2008, 11:58
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Banken erweitern Angebotspalette
Warum sollte man im Tante-Emma-Laden kaufen, wenn direkt daneben ein Supermarkt steht und der Einkauf übers Jahr einige Hundert Euro billiger ist? Diese Frage stellt sich aktuell auch Bauherren, Wohnungskäufern und Immobilienbesitzern, die nach dem richtigen Kredit suchen.
von Jens Hagen
Die Hausbank, lange Zeit erste Anlaufstation für Darlehen, entpuppt sich oft als teuer oder unflexibel. Egal ob große Privatbank, Sparkasse oder Volksbank, viele frustrieren ihre Kunden mit hohen Zinsen und geringen Gestaltungsmöglichkeiten. "Tausende wandern deswegen jedes Jahr zu freien Kreditvermittlern ab", sagt Oliver Mihm, Vorstand der Unternehmensberatung Investors Marketing. In einer Analyse für "Capital" stellten er und Senior Manager Carsten Wendt fest, dass aktuell bereits 28 Prozent der Baufinanzierungen nicht von der kreditgebenden Bank selbst verkauft werden. In fünf Jahren sollen es schon mehr als 40 Prozent sein. Zum Vergleich: In Spanien, den Niederlanden und Großbritannien liegt die Quote bereits heute deutlich über 50 Prozent.
Den Trend erkennen nun auch viele Banken und erweitern ihr Angebot vom Tante-Emma-Niveau auf Supermarktstandard. Das bestätigt eine Umfrage der Frankfurter Finanzberatung FMH. "Je größer das Angebot, desto besser ist es in der Regel für den Kunden", sagt FMH-Inhaber Max Herbst. Die Zinsen sind bei den auf Vermittlung eingestellten Banken bis zu 0,5 Prozentpunkte günstiger, Forward-Darlehen dort ohne Aufschlag erhältlich, Zinsbindungen bis zu 30 Jahren kein Problem. Selbst Finanzierungen von mehr als 100 Prozent des Kaufpreises sind trotz Kreditkrise möglich, wenn auch nur gegen satte Aufschläge.
Eine Bank für alle: Fremdkredite
Kampf um die FreiheitNicht alle vermittelnden Institute erschließen ihren Kunden jedoch das volle Angebot. Bei einigen müssen sich Eigentümer, Käufer oder Bauherren ihre Freiheit geradezu erkämpfen. In den Filialen der HypoVereinsbank (HVB) beispielsweise bieten die Berater tendenziell zuerst Eigenprodukte an. Kunden, die mit Hinweis auf günstigere Vergleichsofferten etwa einen Wechsel androhen, eröffnet sich aber die Möglichkeit, unter Produkten von rund 40 Instituten zu wählen. Knapp jeder vierte Darlehensnehmer der HVB wird mittlerweile über die Tochter Planethome, eine Kreditplattform, versorgt.
Eine größere Auswahl bieten Citibank, GE Money Bank oder die Onlinebroker Cortal Consors und DAB Bank. Sie verzichten völlig auf eigene Immobilienkredite. Seit Anfang des Jahres mischt auch Comdirect mit 1,2 Millionen Kunden mit. Die Direktbank gab der Mutter Commerzbank einen Korb und vermittelt nun über die ING-Direct-Tochter Prohyp. "Mit nur einem Produkt können wir weder stets den einen Top-Preis bieten noch individuellen Wünschen nachkommen", kommentiert Tobias Lücke, Leiter Baufinanzierung bei Comdirect, die Entscheidung. Lückes Modell startet offenbar vielversprechend: "Seit Markteinführung hat sich das Baufinanzierungsgeschäft sehr gut entwickelt und liegt über den Erwartungen."
| Anbieter Die Tabelle zeigt Banken, die ihren Kunden Baudarlehen anderer Institute verschaffen. Einige sind reine Vermittlerbanken, die übrigen nutzen die Fremdkredite nur, wenn sie ein Wunschdarlehen nicht selbst zur Verfügung stellen können. |
| Plattformen Die Vermittlung läuft über Kreditplattformen, die ihrerseits von mehr als 40 Banken mit Kreditangeboten gefüttert werden. Die größten Marktplätze sind die HypoVereinsbank-Tochter Planethome, Prohyp von ING Direct sowie Europace und Genopace von der Postbank-Minderheitsbeteiligung Hypoport. |
Teil 2: Öffnung für den Wettbewerb
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Aus der FTD vom 21.08.2008
© 2008 Financial Times Deutschland,
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