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Merken   Drucken   26.02.2009, 11:10 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Callcenter versprechen Wachstum

Ein kleines Segment des Büromarkts stemmt sich gegen die Krise: In Westeuropa und Nordamerika steigt die Zahl der Callcenter und damit der Flächenbedarf dieser Spezialimmobilien. von Richard Haimann
Allein in der Bundesrepublik ist die Zahl der Beschäftigten dieser Branche nach Angaben des Call Center Forums Deutschland seit 2005 um 25,7 Prozent auf 440.000 gestiegen. Die Zahl der Callcenter hat sich seit 1998 mehr als verdreifacht auf 5700. Der Trend werde trotz Wirtschaftskrise weiter anhalten, meint Sven Wingerter, Vorstand bei Corenet Global (CNG), einer Vereinigung von Immobilienmanagern aus Industrie- und Dienstleistungskonzernen. "Callcenter sind eine Büroform mit Zukunft."
Nach der Jahrtausendwende hatten Unternehmen ihren Kundenservice verstärkt in Niedriglohnländer ausgelagert. Zwar verfügten die Beschäftigten dort über Deutsch- oder Englischkenntnisse. Doch viele Kunden beklagten sich, dass sie sich nur schwer mit den Mitarbeitern verständigen konnten. Eine Reihe amerikanischer Telefongesellschaften hat deshalb begonnen, ihre Callcenter aus Asien wieder in die USA zurückzuverlagern. "Der Trend zur Verlagerung von Kundenbetreuungscentern ins Ausland ist nicht länger intakt", so das Beratungshaus Archstone Consulting.
Der US-Bundesstaat North Carolina hat inzwischen sogar Förderprogramme aufgelegt, um Callcenter anzulocken, die aus dem Ausland in die Vereinigten Staaten zurückgeholt werden. Damit will die Regierung neue Beschäftigungsmöglichkeiten für die steigende Zahl der Erwerbslosen schaffen.
Auch in Deutschland rechnet die Branche mit weiterem Wachstum. Nach einer Umfrage des Kommunikationssoftwareanbieters Interactive Intelligence erwarten nur fünf Prozent der Callcenterexperten, dass sich die wirtschaftliche Lage der Branche 2009 verschlechtert. Um der Rezession zu trotzen, wollten viele Unternehmen ihre Kundenbetreuung verbessern. Allein in den 110 Call- und Servicecentern in Mecklenburg-Vorpommern würden dieses Jahr voraussichtlich 2000 neue Jobs geschaffen, sagt Mandy Wleczyk von der Telemarketing Initiative des Landes. CNG-Vorstand Wingerter rät Maklern, sich stärker mit den spezifischen Anforderungen von Callcenterbetreibern auseinanderzusetzen: "Während generell die Nachfrage nach Büroflächen in Zeiten der Wirtschaftskrise sinken könnte, besteht in diesem Segment die Möglichkeit, weitere Kunden zu generieren."
  • Aus der FTD vom 26.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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