Der Zwergstaat Monaco hat den teuersten Immobilienmarkt der Welt - und keinen Platz mehr. Das sorgt für weiter steigende Preise. von Annika Joeres
Es sind die teuersten Hochhäuser der Welt: Monaco hat sich mit seinem Wolkenkratzerpark in diesem Jahr zum zweiten Mal an die Spitze der teuersten Immobilienmärkte gesetzt. In dem Ministaat am Mittelmeer kostet ein Quadratmeter durchschnittlich 65.000 Dollar (46000 Euro) und damit noch deutlich mehr als in hochpreisigen Metropolen wie London oder Tokio, schreibt das Maklerhaus Knight Frank in seinem aktuellen Report. Zwei einmalige Besonderheiten lassen die Preise in Monaco seit Jahren unaufhörlich steigen: Das Land ist mit zwei Quadratkilometern kleiner als ein durchschnittliches deutsches Dorf. Und die Möglichkeit, Steuern zu sparen, zieht viele vermögende Investoren an. Von den knapp 40.000 in Monaco wohnenden Personen sind nur rund 8000 geborene Monegassen.
Höchstpreise für Wohnimmobilien in ausgewählten Städten
Vor allem Europäer investieren in dem Land. Rund 20 Prozent der Käufer stammen aus dem grenznahen Italien und Frankreich, weitere 40 Prozent aus anderen EU-Staaten. Kunden sind wohlhabende Investoren, die in dem einkommensteuerfreien Land Abgaben sparen und das luxuriöse Leben am Mittelmeer genießen wollen.
Die Preise nach oben treibt vor allem das geringe Angebot. Das nur zwei Kilometer lange und 500 Meter breite Fürstentum ist das am dichtesten besiedelte Land der Welt. Entlang der französischen Grenze drängen sich 30-stöckige Hochhäuser, im Süden umgibt das Mittelmeer den Stadtstaat. Schon vor 40 Jahren hat das Fürstentum den Stadtteil Fontvieille ins Meer bauen lassen und damals 22 Hektar dazugewonnen. Inzwischen sind Wohnungen und Büroräume noch gefragter und damit teurer geworden. Kleinere Immobilienmakler, von denen es in Monaco mehr als Bäcker gibt, können schon von einem Verkauf pro Jahr leben. Aber durchschnittlich wechseln jährlich nur rund 400 Apartments den Besitzer. "Unsere Kunden schätzen die Sicherheit und Ruhe im Staat", sagt Michel Dotta, Besitzer einer der größten Immobilienagenturen im Lande.
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Der Platzmangel ist das größte Problem der Monegassen. Zuletzt konnten einige Tausend Quadratmeter Bauland gewonnen werden, als der Bahnhof und seine Gleise unterirdisch verlegt wurden. Nun scheinen die Flächenreserven ausgeschöpft. Auch deswegen rechnen Immobilienmakler mit weiterhin steigenden Preisen.
In so einem kleinen Stadtstaat unterscheiden sich die Preise der Viertel kaum. Zwar ist die Gegend rund um das Kasino mit seinem palmenbestandenen Stadtpark noch immer die prestigeträchtigste Adresse. Aber auch im westlichen Fontvieille kosten Wohnungen mit Meerblick 30.000 bis 40.000 Euro pro Quadratmeter. Auf der Halbinsel verfügt fast jedes Apartment über einen Blick aufs Wasser.
Trotz hoher Preise kann Monaco nicht alle Wünsche erfüllen: Villen mit Garten gibt es kaum. In den vergangenen Jahren wurden die letzten Einfamilienhäuser abgerissen, um lukrativen mehrstöckigen Bauten Platz zu machen. Damit ist auch der teuer erkaufte Meerblick ohne Garantie.
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