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27.08.2008, 11:55
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Portfolio:
Stabilitätsfaktor Häusermarkt
Offene Immobilienfonds senken erheblich das Risiko in einem Portfolio und führen langfristig zu stabileren Renditen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Fondsverbands BVI.
von Meike Schreiber und Karsten Röbisch
Demnach sollten Anleger gerade in Krisenzeiten den Anteil offener Immobilienfonds im Depot erhöhen. Denn die Historie zeige, dass offene Immobilienfonds so gut wie gar nicht an die Entwicklung anderer Anlageklassen - Aktien, Renten oder Hedge-Fonds - gebunden seien. Gängigen Portfoliotheorien zufolge senkt eine nicht vorhandene Korrelation verschiedener Anlageklassen das Risiko des gesamten Depots.
"Im Zusammenspiel mit anderen Anlageklassen zeigte sich, dass offene Immobilienfonds Risiken in Portfolios senken können", sagte Co-Autor Lutz Johanning, Professor für empirische Kapitalmarktforschung an der WHU Otto Beisheim School of Management. Zusammen mit Bernd Rudolph, Professor für Kapitalmarktforschung und Finanzierung an der Universität München, hat er die Wertentwicklung der Fonds in Deutschland von 1990 bis April 2008 untersucht. Die offenen Immobilienfonds zeichnet aus, dass sich ihre Rendite nahezu unabhängig von den übrigen Anlageklassen entwickelt. Ihre Korrelation zu Aktien, Anleihen oder Rohstoffen ist folglich sehr gering.
Die Unabhängigkeit komme Anlegern vor allem in Krisenzeiten zugute. Während der Russlandkrise, des Platzens der Internetblase oder der aktuellen Finanzkrise zeige die Gesamtheit der Fonds eine stabile Rendite von im Durchschnitt 5,2 Prozent jährlich. "Unsere Untersuchung zeigt, dass schon bei einer Beimischung von fünf Prozent offener Immobilienfonds die Gesamtrendite eines Portfolios über der eines Vergleichsportfolios ohne offene Immobilienfonds liegt", so die Autoren der Studie.
Stetig bergauf - Offene Immobilienfonds und europäischer Aktienmarkt
Fehlende KenntnisseViele Anleger nutzen nach Ansicht der Autoren die Anlageklasse nicht konsequent aus, um das Risiko in ihrem Depot zu reduzieren. Trotz der hohen Mittelzuflüsse in den vergangenen Monaten, durch die das Vermögen der Publikumsfonds auf 87,2 Mrd. Euro gestiegen ist, liegt der Anteil von Immobilienfonds deutlich unter fünf Prozent. Schätzungen zufolge investieren die Deutschen im Schnitt etwa zwei Prozent ihres liquiden Vermögens in Immobilienfonds. Experten machen dafür auch fehlende Kenntnisse verantwortlich. "Umfragen zeigen immer wieder, dass die Deutschen zu wenig über offene Immobilienfonds wissen", sagte Bärbel Schomberg, Chefin des Immobilienfondsanbieters Degi und BVI-Vorstand.
Nicht auszuschließen, dass hier aber auch noch die Fondskrise nachwirkt, die die Branche vor etwa drei Jahren erschütterte. Aus Angst vor Abwertungsbedarf zogen enttäuschte Anleger damals massiv Gelder ab. Die Renditen vieler Fonds waren eher mager. Seitdem haben sich die deutschen Fonds von vielen Immobilien in Deutschland getrennt und weltweit kräftig eingekauft. "Das hat uns natürlich gezeigt, wie schnell sich eine brisante Situation auf die gesamte Branche auswirken kann", sagte Degi-Chefin Schomberg.
Teil 2: Was sich die Experten fragen
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Aus der FTD vom 27.08.2008
© 2008 Financial Times Deutschland,
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