Von wegen Betongold: Wer in Immobilien investieren will, sollte besser kein Eigenheim kaufen, sondern auf Aktien börsennotierter Immobiliengesellschaften und offene Fonds setzen. Die versprechen deutlich höhrere Rendite. von Richard Haimann
Anleger sollten bei Immobilieninvestments nicht auf Eigenheime oder Eigentumswohnungen setzen, sondern auf Aktien börsennotierter Immobiliengesellschaften und auf solide aufgestellte offene Immobilienfonds. Das ist das Ergebnis einer Studie der International Real Estate Business School (IREBS) der Universität Regensburg. Diese zeigt, dass der Total Return aus Preissteigerungen und Mieterträgen von Wohnimmobilien im langfristigen Vergleich unter der Inflationsrate liegt. "Selbst genutztes Wohneigentum kann der Steigerung der privaten Lebensqualität dienen", sagt IREBS-Professor Steffen Sebastian. Als reine Kapitalanlage berge es aber zu viele Risiken für Investoren.
Auch geschlossene Immobilienfonds eignen sich danach nicht als Vehikel für Privatanleger. Die Mindestanlagesumme sei mit 10.000 Euro viel zu hoch, weil die Beteiligungsmodelle meist nur ein oder zwei Objekte erwerben. "Dadurch gibt es keine Risikostreuung", sagt Sebastian.
Anders sieht es bei offenen Immobilienfonds und börsennotierten Immobilienfirmen aus. Schon mit kleinen Beträgen können Anleger Aktien oder Fondsanteile kaufen. Beide Formen investieren in ein breites Portfolio aus verschiedenen Objekten an diversen Standorten, die unterschiedliche Mietvertragslaufzeiten aufweisen. Zwar entwickeln sich Preise und Mieten nicht zwangsläufig im Einklang mit der Teuerung. Die breite Streuung reduziert aber die Mietausfallrisiken. "Entscheidend ist die absolute Anzahl an Immobilien", so Sebastian. Je mehr Objekte ein Fonds oder eine Immobiliengesellschaft halte, desto geringer seien die Gefahren.
Auch die beiden Vehikel bieten indes keine absolute Sicherheit. "Kurse von Immobilienaktien können kurzfristig mit der allgemeinen Entwicklung an den Börsen schwanken", so Sebastian: "Anleger müssen über einen langen Investitionshorizont verfügen, um Tiefs aussitzen zu können."
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Offene Immobilienfonds sind mit der Finanzkrise in Turbulenzen geraten, weil Anleger mehr Geld abziehen wollten, als die Vehikel an Barbeständen vorrätig hatten. Einige werden deshalb abgewickelt, andere sind eingefroren. Nur die Produkte der Anbieter mit dichtem Filialnetz - Commerzbank, Deka, Deutsche Bank und Union Investment - konnten sich erfolgreich behaupten. Diese sind der Studie zufolge auch weiter gute Investments.
Da Immobilienmärkte zyklischen Schwankungen unterliegen, sollten Anleger auch in Aktien aus anderen Branchen und Anleihen investieren, rät der Professor: "Mehr als 20 Prozent sollte der Immobilienanteil am Gesamtportfolio nicht betragen."
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