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27.03.2010, 08:00
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Zwangsehe beim Betongeld
Nach starken Mittelabflüssen fusioniert Commerz Real zwei offene Immobilienfonds zum größten ihrer Art in Europa. Hausinvest-Anleger müssen kurzfristig eine Verwässerung der Rendite befürchten.
von Karsten Röbisch
Die Investmentgesellschaft Commerz Real verschmelzt ihre beiden offenen Immobilienfonds Hausinvest Europa und Hausinvest Global. Durch die Fusion entsteht der größte offene Immobilienfonds Europas. Der unter dem Namen Hausinvest firmierende Fonds wird über ein Vermögen von rund 12,3 Mrd. Euro verfügen. Die Fusion soll zum 30. September dieses Jahres erfolgen. Die Finanzaufsicht BaFin habe dem Zusammenschluss bereits zugestimmt, teilte Commerz Real am Mittwoch mit.
Commerz Real hat Büro- und Geschäftsgebäude wie das Japan Center (r.) in Frankfurt im Portfolio
Im Vorjahr hatte bereits der Wettbewerber Deka zwei Produkte aufgelöst und mit anderen fusioniert. Im Jahr 2005 verschmolz die HVB-Tochter iii-Investments ihre Deutschlandfonds Nr. 1 und Nr. 2 zum Euro Immoprofil. Beide Fonds litten damals infolge schlechter Ergebnisse unter starken Mittelabflüssen.
Commerz Real nennt andere Gründe für die Fusion. Der Anbieter verspricht sich davon in erster Linie mehr Stabilität. "Je größer das Fondsvolumen, desto breiter ist die Streuung der Immobilien nach Standort und Nutzungsart. Das macht den Fonds weniger anfällig für Marktverwerfungen", sagt Erich Seeger, Vertriebsvorstand der Commerz Real.
Größte offene Immobilienfonds in Deutschland nach Fondsvolumen
Allerdings haben Anleger in den vergangenen Monaten viel Geld aus dem Hausinvest Global abgezogen, der mit einem Vermögen von 1,6 Mrd. Euro das wesentlich kleinere der beiden fusionierten Produkte ist. Die Liquiditätsquote schmolz seit vergangenem September von 21 auf knapp 12 Prozent. "Viele Anleger haben seit dem Bankrott von Lehman Brothers den größeren Fonds mehr Vertrauen geschenkt", räumt Seeger ein.
Die Finanzkrise hat gezeigt, wie anfällig kleinere Fonds sind. Wegen hohen Kapitalabzugs mussten im Oktober 2008 zwölf Produkte die Anteilsrücknahme vorübergehend aussetzen, sechs sind derzeit noch eingefroren. Ein großes Fondsvolumen versetzt die Anbieter in die Lage, selbst starke Mittelabflüsse noch bedienen zu können. Auf Basis der aktuellen Zahlen käme der Hausinvest auf 3 Mrd. Euro Barreserven, was einer Liquiditätsquote von 26 Prozent entspricht.
Teil 2: Verwässerung der Rendite
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FTD.de, 27.03.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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