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Merken   Drucken   14.07.2009, 12:31 Schriftgröße: AAA

Rückgabe unmöglich: Immobilienfonds vor herbem Verlust

Der Einbruch an den internationalen Immobilienmärkten zwingt erstmals einen offenen Immobilienfonds in Deutschland zu massiven Wertberichtigungen. von Karsten Röbisch
Die Investmentgesellschaft Morgan Stanley Real Estate teilte am Montag mit, wegen zu erwartender Abwertungen für ihren 1,7 Mrd. Euro schweren Fonds P2 Value vorerst keine Anteile mehr auszugeben. Erste Ergebnisse der Neubewertung durch Sachverständige deuteten auf "signifikante Abwertungen" hin, hieß es.
Geschäftsführer Walter Klug bezeichnete den Schritt als kundenfreundliche Lösung. "Wir lassen niemanden mehr in den Fonds, ehe nicht die Resultate der Neubewertung da sind." Wann die Ergebnisse vorliegen, sagte Klug nicht. Auch zum möglichen Abwertungsbedarf machte er keine Angaben. An der Börse Frankfurt verloren die Anteile am Montag rund 6,4 Prozent.
Krise erreicht neuen Höhepunkt
Damit erreicht die Krise der Branche einen neuen Höhepunkt. Der P2 Value gehört zu einer Gruppe von zwölf Fonds, die wegen massiver Mittelabflüsse im vergangenen Oktober die Anteilsrücknahme vorübergehend aussetzen mussten. Zeitweise war rund ein Drittel des Branchenvermögens von 87 Mrd. Euro eingefroren. Nur fünf Fonds haben seitdem die Anteilsrücknahme wieder aufgenommen, sieben sind noch eingefroren. Anleger können ihre Anteile nur an der Börse verkaufen.
Die Ankündigung von Morgan Stanley kommt für Beobachter nicht unerwartet. Mitte Juni hatte das Unternehmen eine außerordentliche Bewertung zum Stichtag 1. Juli angekündigt. Üblicherweise werden die Gebäude des Fonds über das gesamte Jahr verteilt bewertet. Vor zwei Wochen teilte Morgan Stanley schließlich mit, dass die Ergebnisse nicht wie geplant Ende Juli vorliegen werden.
Streit über die Bewertung
Im April hatte das Investmenthaus einen von zwei Sachverständigenausschüssen, die die Immobilien bewerten, überraschend aufgelöst. Klug macht dafür aufsichtsrechtliche Gründe verantwortlich: Die drei Mitglieder des Ausschusses hätten nach einer Fusion alle einer Beratungsfirma angehört, was gegen das Gesetz verstoße. Nach FTD-Informationen gab es jedoch auch Streit über die Bewertung. Die Gutachter sollen nicht mehr bereit gewesen sein, die Wertansätze mitzutragen.

Teil 2: Branchenverband warnt vor Panikmache

  • Aus der FTD vom 14.07.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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