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12.09.2009, 10:03
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Umkehrdarlehen:
Mit dem Haus die Rente aufbessern
Viele Senioren bekommen nur wenig Rente, besitzen aber oft eine Immobilie. Mit Umkehrdarlehen können Hausbesitzer ihr Einkommen aufbessern oder die eigene Pflege bezahlen. Doch nicht jeder kann die Finanzierungsform nutzen.
von Karsten Röbisch
Wer kurz vor der Rente steht, sehnt oft den Ruhestand herbei: endlich entspannter leben, endlich mehr Zeit für Familie und Hobbys. Wer schon lange in Rente ist, wünscht sich mitunter den Beruf zurück. Denn mit höherem Alter und wachsenden Ausgaben für medizinische Versorgung und Pflege stellen viele Pensionäre fest: Die Rente reicht nicht aus.
Zumindest Hausbesitzer können mit sogenannten Umkehrdarlehen ihre Altersbezüge aufbessern. Die Immokasse startet nach Ablauf einer Testphase nun den Vertrieb ihrer Immorente Plus. Zudem bringt die Investitionsbank (IB) Schleswig-Holstein Anfang Oktober mit der Förder-Immorente eine Umkehrdarlehen auf den Markt. Das Angebot ist zwar auf Schleswig-Holstein beschränkt, Förderbanken aus anderen Bundesländern wollen das Modell aber kopieren.
Statt einen Hauskauf zu finanzieren, wird bei einem Umkehrdarlehen eine bestehende Immobilie mit einem Kredit belastet. Der Zins ist für die Laufzeit festgeschrieben. Bei der Immokasse beträgt er 6,9 Prozent, bei der IB Schleswig-Holstein soll er 6,5 Prozent betragen. Im Gegenzug erhält der Pensionär eine monatliche steuerfreie Rente oder eine Einmalzahlung. Zins und Tilgung fallen während der Vertragslaufzeit nicht an. Die endet mit dem Tod, bei Schenkung oder bei Auszug aus dem Haus. Der Besitzer oder seine Nachkommen haben dann die Wahl: Entweder sie behalten das Haus und lösen den Kredit ab, oder das Gebäude wird verkauft. In dem Fall verringert sich das mögliche Erbe um die Restschuld.
Niedriges Einkommen ... aber viel Vermögen
"Unsere Zielgruppe sind einerseits Kinderlose, die ihre Immobilie verzehren wollen, und Hausbesitzer, die ihre Rente für Pflegeleistungen erhöhen müssen", sagt Axel Vogt, Leiter Immobilien bei der IB Schleswig-Holstein. Der Bedarf erscheint groß: Bei einem Viertel der 18,4 Millionen Haushalte in Deutschland mit Immobilienbesitz ist der Haushaltsvorstand älter als 65 Jahre. Ihr Immobilienvermögen beträgt rund 4700 Mrd. Euro. Gleichzeitig beziehen rund drei Viertel der Pensionäre nur eine monatliche Rente von weniger als 1050 Euro.
Doch nicht jeder kann die Finanzierungsform nutzen. Die Häuser oder Wohnungen müssen weitgehend schuldenfrei sein und selbst genutzt werden. Die IB Schleswig-Holstein knüpft die Kreditvergabe zudem an die Bedingung, dass die Immobilie auch im Alter genutzt werden kann. Dafür gibt es keine Beschränkung hinsichtlich der Beleihungshöhe. "Die Kredithöhe hängt vom Standort und dem Wertsteigerungspotenzial des Gebäudes ab", sagt Vogt. Dazu nutzt die Förderbank Daten von Maklerhäusern. Gehen sie für die Zukunft von einem Wertverlust aus, erhebt die Bank einen Abschlag auf den aktuellen Gebäudewert. Erwartet sie einen steigenden Immobilienwert, ist der Beleihungswert höher.
Teil 2: Ansicherung des Langlebigkeitsrisikos
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Aus der FTD vom 12.09.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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