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Merken   Drucken   23.10.2008, 11:00 Schriftgröße: AAA

US-Immobilien: Preisverfall bei Gewerbebauten in USA gestoppt  

Die Immobilienpreise in den USA sind im freien Fall. Das stimmt - bezogen auf Wohnhäuser. Bei Büros und Lagerflächen ist die Lage nicht so dramatisch. In einigen europäischen Regionen sieht es dagegen viel schlimmer aus. von Richard Haimann
Die Preise für US-Gewerbeimmobilien sind trotz der Finanzkrise bislang nur in vergleichsweise geringerem Umfang gefallen. Einer neuen Studie der Ratingagentur Moody's zufolge verbilligten sich Büro-, Einzelhandels- und Logistikobjekte in den Vereinigten Staaten seit dem Ende des Investmentbooms im Sommer 2007 bis Ende Juni dieses Jahres im Schnitt um 11,2 Prozent.
Im Juli und August registrierten die Analysten keine weiteren Preisrückgänge. In Europa hingegen sind die Marktwerte von Gewerbeimmobilien seit Juli 2007 zum Teil um mehr als 20 Prozent gefallen. Besonders heftige Wertverluste mussten Investoren in der britischen Hauptstadt hinnehmen. "In London werden Objekte teilweise mit Preisabschlägen von bis zu 40 Prozent gegenüber den Notierungen vor Beginn der Krise angeboten", berichtet Mark Wolter, Leiter des deutschen Immobilienfondsmanagements beim britischen Vermögensverwalter Schroders.
Die neuen Daten vom amerikanischen Markt sind eine gute Nachricht für deutsche Anleger mit geschlossenen US-Immobilienfonds. Nach der Gesamtmarktstudie der Beteiligungsmodelle von Feri Rating & Research haben Privatanleger zwischen 2003 und 2007 insgesamt 5,6 Mrd. Euro in US-Immobilienfonds investiert.
"Es ist aber noch zu früh, um Entwarnung für den US-Markt zu geben", sagt Moody's-Geschäftsführer Nick Levidy. Banken vergeben wegen der Finanzkrise nur noch zurückhaltend und gegen Risikozinsaufschläge Neu- und Anschlussfinanzierungen für Immobilieninvestments und fordern deutlich höhere Eigenkapitalquoten als in den früheren Boomjahren. Werde die Kreditklemme durch die Rettungspakete der US-Regierung nicht beseitigt, seien hoch verschuldete Investoren zu Notverkäufen gezwungen, sobald sie ihre Darlehen refinanzieren müssen, meint Levidy. "Dann könnten die Preise noch kräftig unter Druck geraten."
Immobilienexperten gehen davon aus, dass US-Gewerbeobjekte 2009 durch eine Welle von Notverkäufen weitere Werteverluste von vier bis neun Prozent erleiden werden. Das zeigt eine Umfrage des Urban Land Institutes und der Wirtschaftsberatungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers unter 700 Analysten, Fondsmanagern und Geschäftsführern von Immobilienunternehmen. Den Erwartungen zufolge werde dann aber auch die Talsohle erreicht. Schon für das Jahr 2010 rechnen fast alle Befragten wieder mit anziehenden Preisen.
  • Aus der FTD vom 23.10.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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