Dies bliebe abzuwarten, sagte BVI-Präsident Wolfgang Mansfeld am Mittwoch in Frankfurt. Auf die Frage, ob eine Wiedereröffnung innerhalb von drei Monaten realistisch sei, sagte er: "Das kann ich nicht beantworten." BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip ergänzte: "Wenn man befürchten muss, dass im Januar eine Rückgabewelle kommt, dann wird man nicht öffnen." Wenn Anleger im Januar aber keine zusätzliche Liquidität benötigten, würden die Fonds wieder Anteile zurücknehmen.
Noch Mitte November hatte sich Mansfeld deutlich zuversichtlicher gezeigt und gesagt, er rechne mit geordneter Rückkehr in den Markt in drei bis sechs Monaten.
Wie in anderen Anlageklassen zogen die Anleger im Oktober Milliarden aus den offenen Immobilienfonds ab: Nach am Mittwoch vom BVI veröffentlichten Zahlen waren das 5,1 Mrd. Euro. Damit schmolzen in nur einem Monat fast die gesamten Zuflüsse aus dem ersten Halbjahr dahin, sodass die Anlageklasse in den ersten zehn Monaten per saldo nur noch einen Nettozufluss von 500 Mio. Euro verzeichnete. In der Folge mussten Mitte des Monats kurz nacheinander zwölf offene Fonds schließen. Rund 38 Prozent des Gesamtvermögens der Fonds von knapp 90 Mrd. Euro sind derzeit eingefroren. Die Branche begründet die Abflüsse mit dem Rückzug institutioneller Anleger, die ihre Immobilienquoten senken mussten.
Privatanleger seien nicht unter den Verkäufern, sagte Mansfeld: "Das Verhalten der Großanleger hat nicht auf Privatanleger übergegriffen." Es habe keine signifikanten Rückflüsse von Privaten gegeben.
Wenig zuversichtlich äußerte sich am Mittwoch die Dekabank, größter Anbieter offener Immobilienfonds. "Die Büromärkte werden in den Jahren 2009 bis 2011 durch die dritte Krise seit 1990 gehen", hieß es in einer Studie. In mehrfacher Hinsicht werde es sich um die tiefste Schwächephase seit Jahrzehnten handeln. Die Büromärkte stünden vor schweren Belastungen, da international die Konjunktur einbreche, während zeitgleich eine Vertrauens- und Eigenkapitalkrise das Bankensystem schwäche. Dank der nach eigenen Angaben konservativen Bewertung rechnet Deka-Immobilienvorstand Matthias Danne aber nicht mit großen Abwertungen in den Portfolios.