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01.11.2011, 18:04
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Wohneigentum:
Hatz auf Immobilien nervt Fondsinitiatoren
Wohneigentum steht bei Anlegern hoch im Kurs. Die Anbieter geschlossener Fonds kommen jedoch kaum noch an passende Häuser.
von Richard Haimann
Seit Ausbruch der Finanzkrise flüchten immer mehr Privatanleger mit ihrem Geld in Wohnimmobilien. Initiatoren von Beteiligungsmodellen konnten im Jahr 2009 zwar kurzzeitig von der drastisch gestiegenen Nachfrage profitieren und 332 Mio. Euro für geschlossene Wohnimmobilienfonds einsammeln. Im vergangenen Jahr schrumpfte das platzierte Eigenkapital nach Angaben des Verbands Geschlossene Fonds (VGF) jedoch auf 177 Mio. Euro. Und in diesem Jahr wird das Volumen noch viel geringer ausfallen, weil nur wenige Emissionshäuser neue Beteiligungen aufgelegt hätten, sagt Bernhard Dames, Immobilienanalyst bei der Ratingagentur Scope in Berlin: "Das Segment bleibt hinter den Erwartungen zurück."
Dass die Branche nicht vom Boom profitiert, liegt gerade an der massiven Nachfrage nach Wohnimmobilien. Laut einer Studie der auf Wohnungsprivatisierungen spezialisierten Berliner Firma Accentro sind im vorigen Jahr die Handelsumsätze mit Wohnimmobilien in 80 deutschen Großstädten um 15,6 Prozent auf 18,8 Mrd. Euro gestiegen. In Berlin hätten sich Eigentumswohnungen in Standardlagen seit Anfang 2010 um bis zu zehn Prozent verteuert, berichtet der Immobilienverband Deutschland (IVD). "Adäquate Investitionsobjekte werden zum knappen Gut, was die Preise in die Höhe treibt", sagt Marc Wiese, Vorstand des auf Projektentwicklungen und Bestandsmodernisierungen spezialisierten Unternehmens Sanus aus Berlin.
Weil Wohnimmobilien derzeit so begehrt sind, läuft die Platzierung solcher geschlossener Fonds schleppend
Das macht den Emissionshäusern schwer zu schaffen. "Vor allem Objekte in Top-Lagen von Metropolregionen wie Berlin, Hamburg und München sind so teuer, dass die Fonds aus den Mieterträgen nur noch niedrige Renditen erzielen können", sagt Jürgen Kelber, Geschäftsführer der Alt & Kelber Immobiliengruppe in Heilbronn. Das mache es für Banken und freie Vermittler schwer, Anleger zu finden. "Die Vertriebspartner bevorzugen Fonds, die vom ersten Jahr an Ausschüttungen von mehr als fünf Prozent bieten", sagt Christian Völxen, Teamleiter Real Estate bei der Ratingagentur Feri Eurorating in Bad Homburg.
Das gelingt selbst erfahrenen Wohnimmobilieninitiatoren derzeit nicht. So stellt das Emissionshaus Hamburg Trust bei seinem aktuell in der Platzierung befindlichen Wohnimmobilienfonds Domicilium 8 Stabilis nur eine "angestrebte Auszahlung" von fünf Prozent vor Steuern in Aussicht. Das Erlanger Emissionshaus ZBI, das seit 2002 ausschließlich Wohnungsfonds auflegt, will beim aktuellen Beteiligungsmodell Professional 7 von Ende 2013 an eine Ausschüttung von vier Prozent leisten, die im Folgejahr auf fünf Prozent und ab 2018 auf sechs Prozent steigen soll.
Teil 2: Preisauftrieb bei geschlossenen Wohnungsfonds
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FTD.de, 01.11.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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