Fidelity-Chef Ned Johnson macht einfach weiter
Typisch Johnson: "Das gehört zur Fidelity-Kultur, der Wettbewerb wird zwischen verschiedenen Bereichen genauso wie zwischen den einzelnen Managern gefördert", sagt John Bonnanzio vom unabhängigen Newsletter "Fidelity Insight". Ein Insider sieht es weniger sportlich: "Ned hat bislang alle weggebissen, die ihm auf der Karriereleiter zu nahe gekommen sind."
Selbst die eigene Tochter Abigail setzte Johnson ab, als die Fondssparte, der sie vorstand, nicht rund lief. "Familiengeheimnisse: Fidelitys ohrenbetäubendes Schweigen", titelte jüngst das Wirtschaftsmagazin "Fortune". Nach dem Abgang der übrigen Kandidaten gilt die 46-Jährige indes wieder als Favoritin, was die Finanzgemeinde in Verwirrung stürzt.
"Mr. Johnson hat kontinuierlich an einem Plan gearbeitet, der eine reibungslose Kontinuität bei Fidelity gewährleistet und diese Nachfolgeregelung mit dem Aufsichtsrat abgestimmt", redet ein Konzernsprecher die Lage schön. Doch die erratische Kandidatenkür schlägt längst aufs Renommee durch: Die Unsicherheit darüber, wer Fidelity künftig führen wird, stelle ein erhöhtes Risiko dar, bemängelten im November die Analysten der Ratingagentur Moody's. Schon kursieren Gerüchte über einen Verkauf oder einen Börsengang.