Gold als Portfolio-StabilisatorSollte das Fondshaus nun pleitegehen, haben Privatanleger immerhin ein Anrecht auf ihren Anteil am gelagerten Gold. Institutionelle Anleger, die nach den Richtlinien der Finanzaufsicht BaFin nur in Edelmetalle investieren dürfen, wenn der Erwerb des Wertpapiers nicht zu einer physischen Lieferung führt, bekämen in diesem Fall dessen Gegenwert ausgezahlt. ETCs bilden die Entwicklung des Kassapreises für Gold ab, also dessen aktuellen Wert. Ihre Managementgebühren sind mit bis zu 0,4 Prozent pro Jahr - ebenso wie bei Indexfonds - recht günstig und enthalten bereits die Kosten für die Lagerung.
Mit Gold hinterlegte Produkte eignen sich für Anleger, die das Edelmetall nicht als Renditebringer nutzen wollen, sondern als Absicherung gegen Inflation, Währungsverfall oder kommende Finanzkrisen. Wer Gold als Stabilitätsanker sieht, setzt darauf, dass sein Wert langfristig erhalten bleibt. "Auf sehr lange Sicht ist das tatsächlich so", sagt Finanzexperte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Über 50 Jahre und mehr gesehen bleibe Gold preisstabil.
Während kürzerer Zeitspannen könne der Goldpreis jedoch stark schwanken. Anlageberater empfehlen daher in der Regel, höchstens zehn Prozent Gold als Beimischung im Depot zu halten - also auch bei unsicheren Märkten nicht das Anlagegrundprinzip der Risikostreuung zu vergessen. "Für sich genommen ist Gold nicht sicherer als jede andere Anlageklasse", sagt Nauhauser. "Aber ein Goldanteil senkt das Gesamtrisiko eines Portfolios."
Derzeit können deutsche Anleger zwischen fünf physisch besicherten Gold-ETCs wählen. "Der Markt ist gut abgedeckt", urteilt ETFS-Mann Geister. Drei der Produkte stammen aus seinem Haus, auch das Neueste mit dem Namen "Physical Swiss Gold". Die Innovation: Das Gold liegt nicht, wie sonst üblich, in London, sondern in der Schweiz. "Unsere Investoren wollen ihre Goldbestände räumlich streuen", erklärt Geister.