Merken
Drucken
07.08.2011, 12:00
Schriftgröße: AAA
Asset-Management:
Die Tücken des Booms der Mischfonds
Sie sind am besten durch die Krise gekommen: Multi-Asset-Fonds haben zuletzt viel Geld eingesammelt. Doch nur wenige der Produkte dürften tatsächlich halten, was sie versprechen.
von Elisabeth Atzler
Geht es nach den deutschen Privatanlegern, ist klar, welchem Fondstyp künftig am meisten zugetraut wird: den Mischfonds. Knapp 14 Mrd. Euro betrugen die Zuflüsse im vergangenen Jahr, 1,6 Mrd. Euro waren es in den ersten fünf Monaten 2011. Nur Aktienfonds zogen mehr Mittel auf sich - vor allem dank hoher Zuflüsse in börsennotierte Indexfonds.
Mischfonds investieren in mehrere Anlageklassen und sollen je nach Marktlage ihr Vermögen umschichten. Teils wählen die Fondsmanager nur aus Aktien und Anleihen aus, teils investieren sie zudem in Rohstoffe und Immobilien. Diese Produkte werden auch Multi-Asset-Fonds oder vermögensverwaltende Fonds genannt.
Grund für den Boom bei Mischfonds hierzulande ist die Finanzkrise: Aktienfonds, aber auch Geldmarkt- und Rentenfonds enttäuschten ihre Anleger oftmals während der Marktturbulenzen. Als Alternative erschienen Multi-Asset-Produkte geeignet. "Mischfonds sind so populär, weil nur einige wenige Fondsmanager die Finanzkrise wirklich gut gemeistert haben - und das waren vor allem die Mischfonds Carmignac Patrimoine und Ethna-Aktiv, die dann extrem viel Geld eingesammelt haben", sagt Kai Wiecking, Leiter Research des Fondsdienstleisters FWW.
Die beiden Fonds haben in der Tat enorme Mittelzuflüsse verbucht: In den Carmignac Patrimoine, der weltweit anlegt und rund 21 Mrd. Euro schwer ist, flossen 2009 und 2010 je rund 10 Mrd. Euro. Der auf Europa fokussierte Ethna-Aktiv ist auf immerhin fast 2,6 Mrd. Euro geklettert.
Andere Anbieter legten daher eigene Produktreihen auf. Im Sommer 2010 beispielsweise startete die genossenschaftliche Investmentfirma Union Investment sechs neue Mischfonds. Die Produktgruppe solle langfristig rund 20 Prozent der gesamten Anlagesumme verwalten, gab die Gesellschaft damals als Ziel aus. Die
Deutsche Bank -Tochter DWS wiederum agiert seit Oktober vergangenen Jahres mit einem Multi-Asset-Team, das gleichberechtigt neben Aktien- und Rententeam getreten ist. Der Anbieter legte zudem neue Produkte auf, die sich strikt am Risikoprofil der Anleger orientieren sollen.
Teil 2: Gute Multi-Asset-Fonds sind selten
-
FTD.de, 07.08.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
Bookmarken
Drucken
Senden
Leserbrief schreiben
Fehler melden