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Merken   Drucken   16.07.2012, 15:27 Schriftgröße: AAA

Commerz Real: Nächster Immofonds vor dem Aus

In der kriselnden Branche der geschlossenen Immobilienfonds droht dem nächsten Projekt das Ende: Probleme mit der früheren Zentrale der Deutschen Börse bedrohen einen Fonds der Commerzbank-Tochter Commerz Real.
von Frauke Ladleif

Er sollte einst die private Altersvorsorge für Anleger sichern. So hatte die Commerz Real 1999 für ihren geschlossenen Immobilienfonds CFB 130 geworben. Nun steht dieser womöglich vor dem Aus - und Anleger stehen vor einem Totalverlust. Dem Fonds, der die Zentrale der Deutschen Börse  im Frankfurter Stadtteil Hausen finanziert hatte, droht die Insolvenz. Die Fondstochter der Commerzbank  bestätigte einen entsprechenden Bericht des Branchenblatts "Fonds professionell".

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Der Grund: Der CFB 130 ist überschuldet und kann seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Das haben Wirtschaftsprüfer nach Angaben des Fondsanbieters Anfang Juli festgestellt. "Gemäß der Rechtslage muss deswegen innerhalb von drei Wochen Insolvenz angemeldet werden", sagte ein Sprecher der Commerz Real. Um eine Insolvenz zu verhindern, will der Fondsanbieter die Gesellschafter dazu bringen, einem Lösungskonzept zuzustimmen. Commerz Real hat dazu für den 19. Juli eine Versammlung einberufen.

Kommt es zu einer Insolvenz, müssen die Anleger mit einem Verlust all ihrer Fondsanteile rechnen - sie bekämen die insgesamt rund 100 Mio. Euro, die sie 1999 in den CFB 130 gesteckt haben, nicht zurück. Außerdem müssten sie die Ausschüttungen aus den Jahren 2001 bis 2007 komplett zurückzahlen, das wären rund 40 Mio. Euro , sagte der Sprecher.

Die drohende Insolvenz bestätigt Kritiker geschlossener Fonds, bei denen sich die Initiatoren nur auf einen Mieter im Fondsobjekt verlassen. Solche Immobilien sind häufig an große und bonitätsstarke Konzerne vermietet - in diesem Fall an die Deutsche Börse. Solche Namen machen Fonds für Anleger attraktiv, jedoch sind sie auch extrem abhängig von dem jeweiligen Mieter. Verlängert dieser seinen Mietvertrag nicht, ist es schwierig, die Räume wieder zu füllen.

Mit dem Problem hat der CFB 130 seit einem Jahr zu kämpfen - offenbar erfolglos. 2011 ist die Deutsche Börse nach Ablauf ihres zehnjährigen Mietvertrags aus dem Gebäude in Hausen aus- und in ihren neuen Sitz in Eschborn eingezogen. Damit spart der Börsenbetreiber nun Gewerbesteuern in zweistelliger Millionenhöhe, die er sonst an die Stadt Frankfurt hätte zahlen müssen. Das Fristende des Mietvertrags nach zehn Jahren hatte die Commerz Real nicht verheimlicht. Es stand von Beginn an im Prospekt.

Der Fondsanbieter möchte den Anlegern auf der Gesellschafterversammlung am Donnerstag nun den Verkauf der Hausener Immobilie an eine "Gesellschaft aus dem Kreis der Commerz Real AG" anbieten. Damit könnten die Anleger von ihrer sogenannten Nachhaftung befreit werden und die bisherigen Ausschüttungen behalten. "Die Investoren würden zudem einen Besserungsschein erhalten", sagte der Sprecher der Commerz Real. "Das heißt, sie würden im Falle eines Weiterverkaufs des Gebäudes zu 60 Prozent an den Mehreinnahmen des Verkaufs beteiligt."

Ob und wie viel das sein könnte, ist noch unklar. Dass die Anleger ihre gesamten Einlagen zurückerhalten, scheint eher unwahrscheinlich, vergleicht man den aktuellen Immobilienwert von rund 45 Mio. Euro mit den einstigen Gesamtkosten von rund 192 Mio. Euro. Zudem muss der Fonds noch ein Bankdarlehen in Höhe von 83 Mio. Euro tilgen, bestätigte die Commerzbank-Tochter.

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  • Aus der FTD vom 17.07.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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