Welche Fonds schlagen den Vergleichsindex und welche enttäuschen die Anleger? Unsere Serie, die auf Daten der Ratingagentur Morningstar basiert, hält Sie auf den Laufenden.
Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Dieser Satz gehört zum festen Repertoire des Kleingedruckten in Verkaufsunterlagen zur Geldanlage. Wer derzeit Fonds kauft, die in festverzinsliche Wertpapiere investieren, sollte den Hinweis besonders ernst nehmen. Denn Rentenfonds haben in den vergangenen drei Jahren einen geradezu kometenhaften Aufstieg hingelegt. Und es ist mehr als unwahrscheinlich, dass es so weitergeht.
Die 9,7 Prozent jährlicher Rendite, die sich - gemessen am Leitindex JPM GBI Global Traded TR - seit November 2009 im Jahresschnitt mit hochklassigen Staatsanleihen aus aller Welt erzielen ließen, basieren auf einem Trend, der sich nicht unendlich fortsetzen wird. Die Kursgewinne, die Anleihen zu immer neuen Höchstständen verhalfen, beruhen nämlich auf einem weltweiten Zinsverfall bei zugleich steigender Nachfrage. Heißt: Investoren sind seit mehreren Jahren zunehmend verzweifelt auf der Suche nach möglichst sicheren Erträgen, während die Staaten ihren Gläubigern immer geringere Zinsen zahlen. Das treibt die Anleihekurse in die Höhe. Irgendwann sind die Papiere dann so teuer, dass der Käufer real nichts mehr damit verdienen kann. Weshalb die Staaten wieder höhere Zinsen werden anbieten müssen, um ihre Anleihen zu platzieren. Irgendwann also ist die Zeit des billigen Geldes vorbei. Nur wann kippt der Markt?
Die Manager, die sich im Spitzenfeld des Morningstar-Ratings zu globalen Anleihefonds tummeln, sind da Zweckoptimisten. So verkündet die Fondsboutique Starcapital, sie gehe davon aus, dass die Zinsen noch eine Weile auf den Tiefständen verharren. Seiner Sache sicher scheint Starcapital aber nicht zu sein: So hat der Anleihefonds Argos, der auf Rang drei des Ratings steht, inzwischen seinen Kassenstand deutlich erhöht und Kursgewinne bei Anleihen mitgenommen.
Anderswo dominiert inzwischen nicht mehr das Zins-, sondern das Währungsmanagement. So lässt sich ein magerer Zinsertrag in Fremdwährungen bei der Umrechnung in Euro ordentlich aufwerten. Der Internationale Rentenfonds der Versicherung W&W etwa ist derzeit nur zu 30 Prozent im Euro-Raum investiert, der Rest steckt vor allem in Anleihen, die auf japanische Yen und Dollar lauten. Auch der Unirenta hat zwei Drittel der Gelder in Währungen aus aller Welt angelegt. Und die Manager weiten diese Positionen aus, zuletzt sogar auf nigerianische Naira.