ETF-Anteile zu kaufen, ist eigentlich keine große Sache: Zwei, drei Klicks im Online-Depot der Direktbank, und schon sind die Indexfonds dem eigenen Vermögen gutgeschrieben. Hinter den Kulissen aber setzen selbst Privatanleger mit ihrer Transaktion eine gewaltige, gut geölte Finanzmaschinerie in Gang.
Egal, ob sie DB X-Trackers-ETFs erwerben, Fonds von Amundi oder Xmtch - mit hoher Wahrscheinlichkeit landet der Deal zum Beispiel in Amsterdam, bei Bernardus Roelofs und seinen Kollegen von der niederländischen Firma Flow Traders. Denn nicht die Fondsgesellschaft selbst sorgt dafür, dass ETFs gehandelt werden können. Das übernehmen Market-Maker. Flow Traders gehört im Bereich ETFs und ETCs zu den größten Häusern, arbeitet nach eigenen Angaben mit allen wichtigen Emittenten zusammen und hat 1400 Produkte im Angebot.
"Teilweise verbergen sich hinter vermeintlich transparenten ETFs komplexe strukturierte Produkte", sagt Roelofs, Leiter der Abteilung ETF Sales Trading bei Flow Traders. Er muss es wissen, denn Händler wie Roelofs kennen die ETFs im Detail. Sie sind es, die An- und Verkaufskurse stellen und für die Emittenten die einzelnen Werte handeln, die im Indexfonds stecken.