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  FTD-Serie: Fondsmanager

Sie bewegen Milliarden und entscheiden über Schicksale. Doch welche Menschen sich hinter den großen Fonds der Welt verbergen, ist nur den Insidern bekannt. Die FTD präsentiert Ihnen in einer Serie erfolgreiche Fondsmanager und ihre Strategien.

Merken   Drucken   12.11.2011, 16:53 Schriftgröße: AAA

Fondsmanager-Porträt: Donald Yacktman - Play it again, Yack

Einmal Hölle und zurück: Donald Yacktman, einer der besten Fondsmanager für US-Aktien der vergangenen Jahrzehnte, ist ein gutes Beispiel dafür, wie kurz das Gedächtnis von Anlegern sein kann - und wie Stiltreue und Geduld sich auszahlen.
© Bild: 2011 Bloomberg/Wyatt McSpadden
Einmal Hölle und zurück: Donald Yacktman, einer der besten Fondsmanager für US-Aktien der vergangenen Jahrzehnte, ist ein gutes Beispiel dafür, wie kurz das Gedächtnis von Anlegern sein kann - und wie Stiltreue und Geduld sich auszahlen. von Christian Kirchner 
Es war im Herbst 1998, als der Verwaltungsrat Donald Yacktman aus seiner eigenen Firma werfen und ihm auch seinen Investmentfonds wegnehmen wollte. Ein Jahr später, im Dezember 1999, hinkte sein Fonds für amerikanische Aktien dem US-Standardwerteindex S&P 500 um schier unglaubliche 43 Prozent hinterher.
Im Februar 2001 schließlich beschrieb ein großes US-Anlegermagazin unter der Überschrift "Absturz eines Fondsmanagers" mit einer Mischung aus Zynismus und Entsetzen, wie das vom einstigen "Starfondsmanager" Donald Yacktman verwaltete Vermögen von 1,1 Mrd. Dollar auf nicht einmal 70 Mio. Dollar zusammenschnurrte, weil ihn seine Anleger für irre hielten.
Irre, weil die ganze Welt damals zur Jahrtausendwende Internet- und Technologieaktien nachjagte. Und Yacktman stur an seinen größten Positionen festhielt: einem Hersteller von in den USA populären Modellweihnachtsdörfern und -krippen, dem Zigarettenhersteller Philip Morris  und Lancaster Colony, einem Unternehmen, das US-Supermärkte mit Kerzen und anderem Tinnef beliefert. Der Rest des Portfolios sah ähnlich aus.
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Der Ausgang der Geschichte: Yacktman gewann den internen Machtkampf, hatte zwischen 2000 und 2003 in jedem Jahr zweistellige Zuwachsraten. In der vergangenen, vermeintlich "verlorenen" Aktiendekade verdiente er für seine Anleger 11,6 Prozent jährlich - fünfmal so viel, wie der S&P 500  abwarf. Heute verwaltet er wieder rund 12 Mrd. Dollar. Dabei hat Yacktman all die Jahre nichts anderes getan, als seinem Anlagestil treu zu bleiben: solides Wachstum sichern und planbare Erträge zu günstigen Preisen einsammeln.
Yacktman will Wachstumswerte haben, kauft sie aber wie ein am Substanzwert orientierter Investor - und hält dann die Füße still. Allenfalls 20 Prozent des Fondsvermögens werden im Schnitt pro Jahr umgeschaufelt. "Das einzig echte Risiko, das Sie als Anleger haben, ist, dass Sie die Geduld verlieren", sagt Yacktman.
Im vergangenen Jahr unterlag er bei der von der Fondsratingagentur Morningstar veranstalteten Kür zum "Fondsmanager des Jahrzehnts" nur knapp Bruce Berkowitz. Aber Yacktman, inzwischen 70, kennt das Geschäft, weiß, wie schnell die Trends wechseln, denen Anleger hinterherhecheln. "Zehn Jahre braucht man schon Geduld, damit eine Investition in meine Aktienfonds Früchte trägt. Aber wer hat heute so viel Zeit? Zehn Monate, zehn Wochen, zehn Tage sind heute übliche Halteperioden."
Die zwei letzten großen Crashs - jenen Anfang des Jahrzehnts und den ab 2008 - konnte Yacktman umschiffen. Aber nicht, weil er sie vorausgesehen hätte, sondern weil sein Anlagestil ihn davon abhielt, in überteuerte Technologieaktien oder Finanzwerte zu investieren, deren künftigen Erträge er kaum schätzen kann: "Wenn ich Bankaktien kaufe, dann allenfalls von Instituten, die mit einem starken Privatkundengeschäft über Gebühren Geld verdienen."

Teil 2: "Wenn jemand Kekse reicht, muss man halt zugreifen"

  • FTD.de, 12.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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