Welche Fonds schlagen den Vergleichsindex und welche enttäuschen die Anleger? Unsere Serie, die auf Daten der Ratingagentur Morningstar basiert, hält Sie auf den Laufenden.
Erst kommt das Essen, dann das Accessoire: Nach diesem Motto investieren Aktienfonds der Kategorie "Konsumgüter und -dienstleistungen" üblicherweise. Entweder legen die Manager überwiegend in Unternehmen an, die Grundnahrungsmittel und andere Dinge des täglichen Lebens produzieren. Oder sie konzentrieren sich auf höherwertigen Konsum, also vor allem auf Hersteller von Luxusartikeln wie Schmuck, Markenmode, Alkoholika oder teuren Autos. Diese Konsumwelten haben offensichtlich wenig miteinander zu tun, aber doch sollen beide von ähnlichen strukturellen Entwicklungen profitieren: der steigenden Kaufkraft und dem wachsenden Wohlstand weltweit.
Die Wertentwicklung der vergangenen drei Jahre spricht dafür, dass sich die Konsumgüterindustrie in Zeiten der Unsicherheit tatsächlich besser schlägt als viele andere Branchen: So konnte etwa der Branchenindex Euro Stoxx Personal & Household Goods, der die Wertentwicklung von 14 Aktien europäischer Konsumwerte nachzeichnet, darunter Adidas, Christian Dior und Tod's, deutlich stärker zulegen als der Weltaktienmarkt.
Beim Blick in die Details des aktuellen Morningstar-Ratings zeigt sich: Anleger haben im Konsumgütersektor viel Wahl, denn sowohl Manager, die sich auf Basiskonsum konzentrieren, als auch solche, die auf Luxusgüter setzen, finden sich im Spitzenfeld. Ganz nach oben schaffte es mit dem OP Food ein Fonds, der ausschließlich im Nahrungsmittelsektor aktiv ist und damit mehr ein Themen- als ein Branchenfonds: Die kleine Düsseldorfer Vermögensverwaltung Grossbötzl, Schmitz & Partner zeichnet für die Aktienauswahl dieses Produkts verantwortlich. Sie bewies bei der Auswahl der derzeit 45 Lebensmittelkonzerne im Portfolio ein glückliches Händchen. Wobei allerdings die Überraschungen fehlen. Es dominieren mit Nestlé , Coca-Cola , Pepsi , dem Getränkemulti Diageo und Unilever einige der größten Konzerne ihrer Art.
Deutlich breiter gestreut, aber ebenfalls mit einem Schwerpunkt auf Nahrungsmitteln, legen die Manager des KBC-Fonds Food & Personal Products an: Hier finden sich fast 150 Aktien im Depot, wenngleich ebenfalls einige wenige Konsumgütermultis dominieren, darunter neben den genannten Lebensmittelriesen vor allem Tabakkonzerne wie Philip Morris . Mit dem Fidelity Global Consumer Industries folgt dann der einzige Fonds der top zehn, der ausgewogen je zur Hälfte auf Alltagskonsumartikel und die konjunkturabhängigeren Güter des gehobenen Bedarfs setzt.
Danach folgen ausschließlich Luxusgüterfonds, bis auf eine einzige Ausnahme, den Robeco Global Consumer Trends. Dessen Manager interpretieren den Konsumbegriff gänzlich anders: Sie kaufen Aktien von Unternehmen, die ihrer Meinung nach in Branchen unterwegs sind, in denen die Verbraucher künftig mehr Geld ausgeben. Das sind, so ist man hier überzeugt, nicht nur die großen Luxuslabels. Sondern vor allem auch Technologietitel: Im Portfolio finden sich also Aktien von IT- und Internetgrößen wie Apple , Google oder Samsung . Der Fonds konnte im laufenden Jahr mit einem Plus von über 24 Prozent die gesamte Konkurrenz schlagen. Er zeigt aber auch: Die Anlage in Konsumgüteraktien ist ein weites und interpretationsbedürftiges Feld.