Zinssenkungen, Staatshilfen, Stützungskäufe: Solche Maßnahmen gegen die Finanzkrise sind längst nicht nur in den USA und in Europa angelaufen, sondern auch in China. Denn die Zeiten zweistelligen Wirtschaftswachstums, die das Milliardenvolk zu einer der dynamischsten Wirtschaftsmächte der Welt gemacht hatten, scheinen vorbei.
Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im vierten Quartal 2008 nicht einmal mehr um sieben Prozent, für dieses Jahr erwarten Experten nur noch fünf bis sechs Prozent Wachstum. Das ist gemessen an chinesischen Verhältnissen nahe an einer Rezession.
Die kommunistische Zentralregierung versucht gegenzusteuern. So hat die Zentralbank die Zinsen drastisch gesenkt, zugleich schnürte der Staat ein Investitionsprogramm in Höhe von vier Trillionen Renminbi. Das entspricht rund sieben Prozent des BIP - ähnlich viel pumpt die US-Regierung in ihre Wirtschaft.
Wer sich fragt, was all das mit Investitionen in Chinafonds zu tun hat: Der Staat ist an nahezu allen Börsenschwergewichten beteiligt. China Mobile, die Industrial and Commercial Bank of China oder die China National Petroleum Corporation sind nur teilweise privatisiert und tauchen zugleich in sämtlichen Chinafonds prominent auf.
In der aktuellen Lage muss das kein Nachteil sein: Schließlich kann der Staat als Kapitaleigner viel leichter Geld nachschießen und ohne Umweg über Rettungsschirme die Beteiligungen durch die Krise führen. Da Staatseingriffe ohnehin alltäglich sind, sind Investoren davon auch weit weniger irritiert als etwa in Deutschland.
Fondsmanager sind denn auch hoffnungsvoll, dass China die Krise schnell überwinden könnte und der Staat zu alter Stärke zurückfindet, zu der neben gewaltiger Binnennachfrage auch stark steigende Exportkraft gehört. Nach Halbierung der Aktienkurse im vergangenen Jahr sind die Einstiegschancen gar nicht schlecht.