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Merken   Drucken   12.08.2012, 14:39 Schriftgröße: AAA

Fondsrating: Multistrategiefonds - Alternativen für jedermann

Unter den Überschrift Multistrategie-Fonds findet sich ein Strauß von Produkten, die ganz unterschiedliche Anlageziele ausrufen - und derzeit vor allem von Anleihen profitieren.
von Olaf Wittrock

Konservativere Anlegernaturen wissen in diesen Tagen nicht mehr so recht, wie sie noch Geld verdienen sollen, denn die Möglichkeiten zur Kapitalanlage ohne übermäßige Risiken werden angesichts der mickrigen Zinsen für hochklassige Anleihen rar. In Zeiten allgemeiner Ratlosigkeit rücken fast zwangsläufig Fonds in den Mittelpunkt, die Alternativen versprechen, wie etwa jene Multistrategie-Fonds, die das aktuelle Morningstar-Rating in einer Kategorie vereint.

Es ist ein Ranking ohne Sterne-Auszeichnung, und der Verzicht darauf ist nachvollziehbar. Denn unter "Multistrategie-Fonds fasst Morningstar einen bunten Strauß von Produkten mit kaum vergleichbaren Managementstrategien zusammen. Gemeinsam ist den Fonds lediglich zweierlei: Erstens haben alle die Möglichkeit, in ganz unterschiedliche Anlageklassen zu investieren, einschließlich Derivaten und Terminkontrakten, wie sie auch von Hedge-Fonds genutzt werden. Zweitens verfolgen die Fonds damit aber keine reine Hedge-Fonds-Strategie, sondern mischen ganz unterschiedliche Ansätze.

Alles dabei: Die besten Multistrategie-Fonds im Morningstar-Rating   Alles dabei: Die besten Multistrategie-Fonds im Morningstar-Rating

Konservativere Anlegernaturen wissen in diesen Tagen nicht mehr so recht, wie sie noch Geld verdienen sollen, denn die Möglichkeiten zur Kapitalanlage ohne übermäßige Risiken werden angesichts der mickrigen Zinsen für hochklassige Anleihen rar. In Zeiten allgemeiner Ratlosigkeit rücken fast zwangsläufig Fonds in den Mittelpunkt, die Alternativen versprechen, wie etwa jene Multistrategie-Fonds, die das aktuelle Morningstar-Rating in einer Kategorie vereint.

Es ist ein Ranking ohne Sterne-Auszeichnung, und der Verzicht darauf ist nachvollziehbar. Denn unter "Multistrategie-Fonds fasst Morningstar einen bunten Strauß von Produkten mit kaum vergleichbaren Managementstrategien zusammen. Gemeinsam ist den Fonds lediglich zweierlei: Erstens haben alle die Möglichkeit, in ganz unterschiedliche Anlageklassen zu investieren, einschließlich Derivaten und Terminkontrakten, wie sie auch von Hedge-Fonds genutzt werden. Zweitens verfolgen die Fonds damit aber keine reine Hedge-Fonds-Strategie, sondern mischen ganz unterschiedliche Ansätze.

Das klingt alles unkonkret. Tatsächlich ist es schwer möglich, zu beschreiben, was die Fondsmanager tun, ohne dabei einzelne Fonds herauszugreifen. Multistrategie im Morningstar-Sinne bedeutet zwar nicht, dass jeder der Fonds tun könnte, was er wollte, aber eben doch, dass alle höchst Unterschiedliches tun.

Ein erster Hinweis auf die Vielfalt zeigt sich bei einem Blick auf die Fonds, die gemessen an der Drei-Jahres-Performance das Feld anführen: In der Liste findet sich überhaupt nur ein einziger Fonds, der den Begriff Multi-Strategy im Namen führt. Bei diesem Fonds, verwaltet bei der französischen BNP Paribas  verfolgt das Management als oberstes Ziel nicht eine besonders gute Performance, sondern eine niedrige Volatilität: Die Schwankung der Vermögenswerte, in die das Produkt investiert, soll im Mittel jährlich nicht über 2,5 Prozent liegen.

So richtet sich das Produkt an Anleger, die ihr Geld mehr nach Risiko- als Renditegesichtspunkten verwalten, üblicherweise also an eine hochvermögende oder institutionelle Klientel. Dass der Fonds im Vergleichsfeld eine der höchsten Standardabweichungen produziert hat, spricht übrigens dafür, dass er sein Ziel zuletzt verfehlt hat.

Nur zwei Fonds kommen dem Multistrategie-Gedanken in Reinkultur nahe: Der Alternative-Beta-Fonds der Privatbank Lombard Odier (LO) und der ASG-Laser-Fonds der französischen Sparkassen orientieren sich beide an unterschiedlichen Hedge-Fonds-Portfolios. LO vollzieht die Entwicklung eines breiten Hedge-Fonds-Index nach. Beim ASG-Laser, einem Fonds, der nur im Wege des Privatvertriebs an vermögende Kunden verkauft wird, steht wiederum die Risikosteuerung im Mittelpunkt: Die Volatilität des Fonds soll im Jahresschnitt nicht über acht Prozent liegen.

Die anderen Fonds der Liste schafften es - abgesehen von den Akzent-Fonds, die Bonusstrategien aus der Zertifikatewelt in einen Fondsmantel verpackt haben - durch rentennahe Portfolios auf Spitzenränge. Sie boten Anlegern in der Regel ein mit Termingeschäften garniertes Anleiheportfolio, teilweise auch aufgepeppt durch Aktienderivate oder Währungsspekulationen. Apropos Währungen: Fast alle Fonds orientieren sich am US-Dollar. Ein Teil ihrer Rendite stammte zuletzt aus Wechselkursgewinnen.

  • Aus der FTD vom 13.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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